#72 Was ist Weisheit?
Zusammenfassung
Was ist Weisheit? Das ist eine Frage die direkt mit der
verwandt ist, was die Philosophie ist. Klar, wenn man sie übersetzt, bedeutet
sie auch „Liebe zur Weisheit“. Aber was soll das genau heißen? Irgendwie
scheint die Weisheit ihr ganz eigenes Ding zu sein, fernab vom Wissen, der
Schlauheit, Auffassungsgabe oder auch nur Intelligenz. Selbst die Vernunft
scheint noch einmal etwas Anderes zu sein. Selbst wenn also die weise Person
das alles nicht ist, ist ihre geistige Fähigkeit immens hoch angesehen. Wie
kommt das? Das wollen wir uns in dieser Folge anschauen und dafür Platon,
Aristoteles und die Stoiker befragen. Fest steht, dass alle möglichen Antworten
zur Weisheit gleichzeitig zu simpel, genauso richtig, aber auch extrem
kompliziert sind.
Hallo zusammen und herzlich willkommen zurück zu einer
weiteren Folge von „Philosophie für zwischendurch“!
Einleitung
In dieser Folge möchte ich mit euch über ein sehr
philosophisches Thema sprechen: Die Weisheit. Oft sagt man, Menschen würden im
Alter weise werden. Dann heißt es, die Philosophie oder Theologie würden weise
machen. Oder auch, dass man an der Menschheit deutlich sehen kann, dass
überhaupt niemand davon weise ist. Aber was heißt das eigentlich? Es ist
irgendwie eine gute Sache, die etwas mit dem Geist zu tun hat, aber sehr viel
mehr weiß man darüber gar nicht. Und das, obwohl man so ein deutliches Bild
davon hat, wen man so bezeichnet und wen nicht. Es gibt sogar das Klischee des
weisen alten Mannes mit einem langen Bart und Gehstock. Das muss doch irgendwo
herkommen! Auch dürfen wir nicht vergessen, dass die Philosophie wortwörtlich
die Liebe zur Weisheit ist. Unser täglich Brot. Also, schauen wir uns den
Begriff einmal genauer an. Wenn man nicht weiß, was ein Begriff bedeutet, kann
man immer ganz gut erstmal damit anfangen, was er nicht bedeutet. Ex negativum.
Weise zu sein, ist nicht dasselbe, wie, viele Dinge zu wissen. Das können wir
ziemlich deutlich sagen und auch in beide Richtungen: Wir würden nicht sagen,
dass Philosoph*innen ein besonders hohes Faktenwissen über die Welt haben.
Ehrlich gesagt kann ich zumindest von mir sagen, dass man davon im
Philosophiestudium fast gar nichts bekommt. Faktenwissen haben zum Beispiel die
Naturwissenschaftler*innen, die sich teilweise extrem viele Dinge merken
müssen. Aber diese würden wir üblicherweise nicht einfach so weise
nennen. Wenn man es sich so recht überlegt, ist es eigentlich noch nicht einmal
zwingend, besonders intelligent zu sein oder eine schnelle Auffassungsgabe zu
haben. Gut, der Begriff der Intelligenz ist immer etwas schwierig, weil der oft
herumgeworfen wird, ohne ihn wirklich zu bestimmen. Und er ist so weit gefasst,
dass das ohnehin unmöglich ist. Das passiert übrigens, wenn man mit einem
Begriff nicht verantwortungsvoll umgeht, Freunde. So ein schönes Wort, um
herauszufinden, wie viel ein Gehirn wohl so leisten kann und natürlich
bezeichnet sich plötzlich die halbe Welt als intelligent und stempelt Andere
als nicht-intelligent ab. Und jetzt bedeutet „Intelligenz“ eigentlich fast gar
nichts mehr. Naja, wie auch immer. Wenn wir darunter fassen, schnell das
Wissen, das man im Kopf hat, kombinieren zu können oder eine große Kapazität
dafür zu haben, ist das auch etwas Anderes als Weisheit. Eine weise
Person ist also theoretisch weder besonders wissend noch schlau oder
intelligent. Und trotzdem ist es eine geistige Fähigkeit, die enorm anerkannt
ist. Eventuell sogar noch mehr als die anderen.
Eine Person, die weise ist, hat ein besonders tiefes
Verständnis von Dingen. Das ist auch etwas, das man immer sagt. Nicht, dass man
von allem weiß, wie es funktioniert, aber die großen Zusammenhänge. Aber hier
werfe ich schon wieder mit Phrasen um mich. Weisheit ist wohl deshalb im Alter
verbreiteter, weil man für sie Lebenserfahrung braucht. Es ist etwas, das man
nicht einfach so im Unterricht lernt und eigentlich auch gar nicht komplett
beigebracht bekommen kann. Man muss sich selbst weise machen, in einem
langen Prozess. Es gibt aber auch keine Anleitung zum Weise-Werden. Man wird
also auch gar nicht direkt weise, wenn man es darauf anlegt, sondern eher als
Produkt von Erfahrungen und Überlegungen. Es scheint also, dass das
Faktenwissen schon irgendwie ein Teil der Weisheit ist. Aber gut, belassen wir
es erstmal dabei, was meinen eigenen Input angeht. Man kann auch nur so weit
kommen mit einer Definition ex negativum. Schauen wir mal, was die
Philosophen in dieser Folge zu sagen haben. Da das besonders damals ein großes
Thema war und oft gesagt wurde, kommen heute alle meine Quellen aus der Antike.
Die Weisheit des Nicht-Wissens
Die klassische Anlaufstelle ist hier natürlich wieder
unser Sokrates. Aber ich sage euch, immer, wenn ich euch von seinem Ausspruch
in einem anderen Kontext erzähle, lese ich ihn ein bisschen anders. Sokrates
wurde bereits zu Lebzeiten so oft als weise bezeichnet, dass das später sogar
ein Anklagepunkt gegen ihn war. Man hielt ihn für arrogant und für einen
Scharlatan, der nur so tat, als würde er alles wissen, um dann den Leuten das
Geld aus der Tasche zu ziehen. Wenn ihr schon einmal einen sokratischen Dialog
gesehen habt, gibt es da immer dasselbe Muster: Sokrates stellt eine scheinbar
unschuldige Frage, die zuerst ganz simpel wirkt. Zum Beispiel fragt er: „Was
ist eigentlich Tugend?“ und lässt dann die Gesprächspartner ganz lange
Definitionen auflisten und herumrätseln. Aber egal, was sie sagen, er findet
alles ungenügend und falsch. Alles wieder niederargumentiert. Wenn er aber dann
gefragt wird, was sein Vorschlag ist, meint er, er wisse es auch nicht.
Das ist schon beim Hören zum Aus-Der-Haut-Fahren, oder? Kein Wunder, dass die
Menschen Athens sich so sehr über ihn aufregten und das Gefühl hatten, dass er
nur tat, als wäre er weise. Sokrates ist nun also vor Gericht und möchte sein
Verhalten erklären.
Er sagt, dass er tatsächlich weise ist, aber nur auf eine
ganz bestimmte Art. Was Sokrates hat, ist menschliche Weisheit, die
deutlich weniger weit reicht als die göttliche absolute Weisheit. Er behauptet
nicht, mehr zu sein, als er ist, und wenn er bei seinen Dialogen geschwiegen
hat, bedeutet das, dass er nicht für sich beansprucht, die Antworten auf die
großen Fragen zu kennen. Vor vielen Jahren war sein Kindheitsfreund Chairephon
zum Orakel von Delphi gegangen, um herauszufinden, ob Sokrates wirklich so viel
wusste, wie er vorgab. Und zwar fragte Chairephon, ob es irgendjemanden gäbe,
der weiser wäre als Sokrates. Das Orakel sagte „nein“. Und nun saß der
Philosoph mit dieser Weissagung da und wusste nicht, was er damit tun sollte.
Offenbar war er weiser als alle, aber hatte sich nie so gefühlt. Um das Gegenteil
vom Orakelspruch zu beweisen, suchte Sokrates nun also die Menschen auf, von
denen es in der Gesellschaft hieß, sie wären die Weisesten. Genau die
Fragen, die wir aus den Dialogen kennen, stellte er ihnen dann, um sie darauf
zu testen. Und klar, auf diesem Weg traf er sachkundige und schlaue Menschen,
aber niemanden, der weise wäre. Denn wenn es um die großen Fragen ging,
verstrickten sich alle in logischen Widersprüchen oder wussten nicht weiter.
Diese Menschen dann darauf hinzuweisen, macht einen natürlich außerordentlich
unbeliebt, aber Sokrates konnte nicht umhin, das Orakel bis zum Ende zu testen.
Und so ging er durch alle Gesellschaftsschichten, aber fand keine Person, die
eine Antwort auf die großen Fragen hätte. Also überlegte Sokrates, wie das
Orakel seinen Ausspruch dann gemeint haben könnte. Sein Ergebnis war: Genau
diese Suche nach der Wahrheit war das, was ihn weiser als die Anderen machte. Während
alle Menschen, mit denen er gesprochen hatte, meinten, die großen Antworten zu
haben und in Wahrheit unwissend waren, war er sich über seine Unwissenheit
bewusst. Deshalb: „Ich weiß, dass ich nicht weiß“.
Wohlgemerkt, und dazu habe ich auch einmal einen Beitrag
gemacht: Das bekannte „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, ist eigentlich
eine ungenaue Übersetzung, auch wenn es cooler klingt. Man kann ja trotzdem
Dinge wissen, das haben auch alle Menschen, mit denen Sokrates gesprochen
hatte. Für ihn bedeutete Weisheit aber, sich mit den großen Fragen zu
beschäftigen. Ohne das große Ganze kann man sein Faktenwissen nicht als
wirkliches Wissen bezeichnen. Auch wäre „Ich weiß, dass ich nichts weiß“
ein Paradoxon, weil Sokrates dann ja auch seinen eigenen Satz nicht wissen
würde. Also nein, das ergibt so keinen Sinn. Menschen können durchaus schlau
sein, aber sie bewegen sich eigentlich in einem Rahmen, den sie gar nicht
kennen. Wissen, wie man ein Schiff baut und darauf segelt, ohne zu wissen,
wohin man eigentlich damit fahren sollte, ist nicht weise. Intelligent aber
schon. Die Antwort auf die großen Fragen ist aber den Orakeln und Göttern
vorbehalten, deshalb ist das die göttliche Weisheit. Das zu verstehen,
ist menschliche Weisheit: Das Beste, was man als Mensch erreichen kann.
Und das ist der Ursprung von Sokrates´ Weisheit.
Was genau machen wir jetzt damit? Es ist zwar immer
wieder schlüssig, aber auch irgendwie schwierig zu verstehen. Müssen wir also
jetzt nur einfach diesen einen Fakt kennen, um weise zu sein? Dann wirkt das
ziemlich einfach. Oder müssen wir so wie Sokrates ewig nach den Antworten
suchen? Aber das ist ja Unsinn, wenn wir wissen, dass es eh zu nichts führt.
Der Weg zur Weisheit kann ja auch nicht sein, etwas zu tun, was keinen Sinn
ergibt. Ich glaube, wir müssen weiter graben.
Ein Streben nach Wahrheit von Wenigen
Eigentlich könnte man ja denken, dass die ganze Welt
gerne weise wäre und wir alle danach suchen, wie das nur gehen kann. Aber in
Wahrheit ist das Problem nicht, dass es so schwierig wäre, sondern, dass kaum
jemand weise sein will. Im Symposion lässt Platon Sokrates sagen, dass die
Götter nicht weise sein wollen, denn sie sind es schon. Wir hatten es ja eben
schon von der göttlichen Weisheit. Aber auch die Menschen sind oft nicht daran
interessiert. Platon bezeichnet diese Gruppe als „Toren“, aber ich glaube, sie
ist deutlich größer als man denkt und hat auch ihre Gründe. Die Meisten sind
bereits zufrieden mit dem, was sie haben und haben nicht das Gefühl, dass ihnen
etwas fehlt. Entweder wissen sie nichts von irgendwelchen großen Erkenntnissen
oder wollen sich nicht damit beschäftigen. In jedem Fall sind es hier nur die
Philosoph*innen, die aus diesem Raster fallen. Denn sie sind gerade unweise
genug, um nach der Weisheit zu suchen, aber ausreichend weise, um zu sehen,
dass es da mehr gibt. Die Philosophie ist ja auch die Liebe zur Weisheit. Und
das, was man liebt, befindet sich immer außerhalb von einem, denn man will es
ja. Ironischerweise gehört es also zur Philosophie, nie die Weisheit zu
erreichen, die sie sucht. Aber indem sie die Weisheit lieben, sind die
Philosoph*innen immernoch weiser als die Anderen, weil sie den Wert des Weisen
anerkennen. Wer die Weisheit liebt, geht mit Wissen nicht gleichgültig um, weil
man weiß, wie kostbar es ist. Das bedeutet auch, dass man ganz genau weiß, was
man wirklich weiß und was nur Meinung ist. Und dann geht man auch
sorgsam damit um: Behauptet nicht einfach irgendwelche Dinge und lässt sich
auch nicht Wissen austreiben, weil jemand eine starke Meinung hat. So kommen
wir wieder zurück zu Sokrates, der meint, dass er weiß, dass er nicht weiß.
Weisheit ist also nicht einfach nur das Wissen darum, dass man die großen
Fragen nicht beantworten kann, sondern ein tiefer Respekt vor dem Wissen. Und
der führt dazu, dass man trotzdem immer nach den Antworten sucht und dabei ganz
ehrlich zu sich selbst ist. Schon besser, aber immernoch nicht ganz greifbar,
oder?
Platon hat einen weiteren Versuch unternommen, das Wesen
der Weisheit zu erklären. Und zwar in dem Buch, das ich in diesem Podcast
wahrscheinlich am häufigsten zitiere: „Der Staat“. Die Weisheit zu erklären,
ist ein bisschen, wie die Philosophie zu erklären. Es ist kompliziert und geht
nicht in einfachen Worten. Deshalb erzählt Platon ein Gleichnis: spezifisch das
Höhlengleichnis. Ein Gleichnis ist eine philosophische Erzählung, die
interpretiert werden muss. Oft wurde schon gesagt, Platon würde gezielt in
Rätseln sprechen, aber ich glaube, dass gewisse Dinge nur in dieser Form
erklärt werden können. Das Höhlengleichnis kennt ihr auch sicher schon aus
meiner Folge 59 zur Idee des Guten. Es zeichnet das Bild von Menschen, die in
einer Höhle so gefesselt sind, dass sie nur auf die vor ihnen liegende
Höhlenwand schauen können. Der Ausgang öffnet sich irgendwo hinter ihnen nach
oben, aber die Höhle ist so verwinkelt, dass kein Tageslicht in sie dringt. Das
einzige Licht im Inneren kommt vom Schein einer Vielzahl von Fackeln, die sich
auch hinter den Gefangenen befinden. Dort erheben sich auch Mauern und Wege,
auf denen Wächter und andere Menschen herumlaufen. Die Schatten dieser Massen
werden dann wegen der Fackeln auf die Höhlenwand vor den Gefangenen projiziert.
Wenn ihr euch jetzt vorstellt, dass diese Leute ihr ganzes Leben noch nichts
Anderes als die Höhlenwand gesehen haben, ist es logisch, dass sie die Schatten
als real annehmen. Für sie laufen also nicht hinter ihnen Menschen entlang, die
Schatten werfen, sondern sie sind vor ihnen an der Wand. Auch die Stimmen
ordnen sie den Schemen zu. Da sie einander haben, bestätigen sie sich auch
eifrig darin und unterhalten sich offen über die Schatten und was sie so
machen. Es gibt sogar ein Spiel unter ihnen, in dem sie versuchen, die Schatten
möglichst schnell zu erkennen.
Eines Tages aber wird einer der Gefangenen gepackt, von
seinen Fesseln gelöst und hinausgeführt. Zunächst denkt er, dass das, was er in
der Höhle sieht, nur einfach die Schatten von dem sind, was er an der Wand
gesehen hatte. Aber dann gelangen sie plötzlich zum Höhlenausgang und das Licht
blendet ihn so stark, dass er die Augen schließen muss. Draußen dann gewöhnt er
sich langsam an das Licht und erkennt, dass es auch dort Schatten gibt. Dann
sieht er die Dinge, die die Schatten werfen. Des Nachts kann er schließlich
auch zu den Sternen und dem Mond schauen, die gar keinen Schatten zu haben
scheinen. Ganz am Ende hat er so viel Zeit an der Oberfläche verbracht, dass er
es sogar wagt, einen Blick zur Sonne zu werfen. Und erst dann versteht er
alles: Sie ist diejenige, die für alle Schatten und das Leben
verantwortlich ist, nicht andersherum! Plötzlich versteht der Gefangene, wie
die Welt funktioniert. Er empfindet Mitleid gegenüber seinen Kameraden in der
Höhle und möchte ihnen auch von seiner Erkenntnis mitteilen. Aber sie glauben
ihm nicht und fürchten sich vor der Außenwelt, von der er gekommen ist. Sie
haben Angst, dass sie durch das Sonnenlicht ihren scharfen Blick für die
Schatten verlieren könnten.
Was genau bedeutet das jetzt alles? Nun, die Gefangenen
sollen auf jeden Fall Menschen darstellen, die an Lügen glauben und sich gar
keine Mühe machen, die Wahrheit über die Außenwelt herauszufinden. Die Schatten
sind ganz klar nicht echt und es spielt auch überhaupt keine Rolle, wie schnell
man sie sehen kann. Diese Menschen haben das aber zum Teil ihrer Gesellschaft
gemacht und sind so sehr darin verankert, dass sie alles Neue als Gefahr sehen.
Für Platon ist das die Mehrheit der Menschen. Das Innere der Höhle, also nicht
die Schatten, ist die Welt des Erkennbaren. Und wie die Wächter und Gaukler
gibt es Leute, die sachkundig sind oder Wissenschaft betreiben und wissen, dass
die Schatten nicht die Wahrheit sind. Sie dringen nicht bis an die Außenwelt
vor, aber haben trotzdem ein großes Wissen und haben alles, was sie für die
Höhle und ihr Leben brauchen. Und dann gibt es jene, die bis nach draußen
kommen und die Welt sehen, wie sie eigentlich ist. Das spielt alles in Platons
Theorie der Ideenwelt. Für ihn ist alles auf der Welt unwirklich und ein
Abbild. Alles, was es gibt, ist eine Ausführung von einer perfekten Idee.
Nehmen wir uns zum Beispiel einen Baum. Man kann, wie die Gefangenen, den
Schatten oder die Zeichnung eines Baums betrachten und behaupten, das sei ein
echter Baum. Man kann auch, wie die Wächter, den Baum als solchen erkennen und
ein immenses Wissen über Bäume anhäufen. Dann würde man die ganze Welt
abgrasen, alle neuen Baumarten notieren und über sie lernen.
Aber das alles ist für Platon weniger wert, denn die
Bäume sind ohnehin alle nur Abbilder. Die Idee des Baumes dagegen ist der Kern
der Sache und enthält alle Variationen. Ideen kann man sich vorstellen wie
Konzepte oder perfekte Ausführungen. Die Essenz der Dinge. Wenn man sich fragt,
was es bedeutet, gut zu sein, lohnt es sich nicht, sich tausende gute Taten
anzuschauen und auszuloten, was sie gemeinsam haben. Stattdessen sollte man
überlegen, was die Essenz des Guten ausmacht, die Idee. Und wenn man dann
versteht, dass die ganze Welt aus Ausführungen von Ideen besteht, versteht man,
wie alles zusammenhängt. Das ist der erste Schritt zur Weisheit. Aber wenn man
das erkannt hat, ist man natürlich wild darauf, das alles zu verstehen und
scheitert ab einem gewissen Punkt: Dem Guten. Das Gute ist wie die Sonne, weil
es hinter allem steht, die Ursache für alles Leben ist. Aber man kann sie nicht
direkt anschauen, ohne blind zu werden oder nur Weiß zu sehen. Das Gute kann
man nur mit „gut“ definieren, sonst gibt es nichts. Deshalb kann man alle Ideen
ergründen und weise werden, aber die Idee des Guten kann man nie ganz
verstehen. Trotzdem steckt Weisheit darin, dass sie der Ursprung von allem ist.
Und das ist die menschliche Weisheit. Auch hier wieder: Es geht nicht darum,
einfach nur zu wissen, dass man nicht alles wissen kann, sondern, die Wahrheit
so sehr zu lieben, dass man unermüdlich nach ihr sucht und sich eingesteht,
wenn man sie nicht hat.
Die perfekte geistige Kapazität
Platon redet oft in Gleichnissen und Rätseln, das kann
einen auch stören. Ich finde, dass das dem Thema gerecht wird, aber wenn man
die Sache etwas nüchterner aufgefasst haben will, kann man zu Aristoteles und
der Nikomachischen Ethik schauen. Er sagt, dass die Seele prinzipiell in zwei
Teile eingeteilt ist: einen vernünftigen und einen nicht-vernünftigen. Der
Vernünftige hat dann aber noch einmal zwei Teile: Den, der sich mit dem
Veränderlichen und den, der sich mit dem Nicht-Veränderlichen beschäftigt. Das
Nicht-Veränderliche betrifft theoretische Überlegungen, wie in der Mathematik,
die immer gleich bleiben. Das Veränderliche ist das praktische, wo man je nach
Situation neu überlegen muss, wie man sich verhält. Und dann gibt es eine
weitere Unterteilung von Wissen: Es gibt Wissenschaftlichkeit, Sachkundigkeit,
Vernunft und Weisheit. Wissenschaftlichkeit ist das, was wir eben besprochen
haben: Die Betrachtung der Nicht-Veränderlichen Dinge, in welcher Wissenschaft
auch immer das sein mag. Hier geht es um feste Wahrheiten über die Welt. Die
Sachkundigkeit dagegen kümmert sich darum, die Realität zu verändern, wie etwa
beim Handwerk. Das ist natürlich das Veränderliche. Die Vernunft bezieht sich
dagegen auf die Zwecke. Wenn man vernünftig ist, versteht man, was man macht
und wieso. Man kann über die großen Fragen argumentieren, ohne dabei einen
spezifisch praktischen Bezug zu haben. Es geht viel um Moral und die großen Fragen.
Im Grunde könnte man die Wissenschaftlichkeit mit Naturwissenschaften,
Sachkundigkeit mit dem Handwerk und die Vernunft mit der Philosophie
gleichstellen. Und das ist schonmal gleich interessant, weil Aristoteles damit
keine einzige Wissenschaft oder Tätigkeit mit der Weisheit gleichsetzt. Er
sagt: Die Vernunft lehrt zwar, wie man ein tugendhafter Mensch wird, aber
nicht, warum man das sein sollte. Man kann die Weisheit als die Gesundheit
verstehen und Vernunft als Heilmittel. Das heißt, man braucht auf jeden Fall
die Vernunft, um weise zu werden. Die Gesundheit braucht auch nicht nur ein Heilmittel,
sondern es muss auch produziert, angewendet und verstanden werden.
Die Weisheit ist schwierig zu definieren, denn sie
arbeitet nicht durchgehend mit Beweisen wie die Wissenschaft, verändert nicht
die Realität wie die Sachkundigkeit, ist aber nicht nur theoretisch wie die
Vernunft. Weisheit ist eine vollkommene Ausführung und Kombination aus der
Vernunft, Wissenschaftlichkeit und Sachkundigkeit. Das bedeutet, dass es Wissen
und Verstehen vereint. Die Weisheit ist es, worauf das ganze menschliche Leben
hinausläuft und in der das Glück steckt. Sie ist das Gute, genauso wie bei
Platons Ideen. Und zum Guten kommt man erst, wenn man versteht, was es mit den
festen Wahrheiten auf sich hat, die Welt durch seine Sachkundigkeit verändert
hat und mit der Vernunft die großen Fragen angegangen ist. Man sieht hier also,
dass es für Aristoteles noch nicht damit getan ist, sich für die Wahrheiten zu
interessieren, man muss auch wirklich mit ihnen arbeiten. Und zwar nicht nur
geistig, sondern auch körperlich. Wie sollte man das Leben auch ordentlich
verstehen, wenn man es noch nie selbst gelebt hat?
Weisheit als Selbstkontrolle
Es gibt noch eine weitere antike griechische Schule, die
sich viel mit der Weisheit beschäftigt hat: Die Stoiker. Auch über die habe ich
schon eine Folge, und zwar die Nr. 39. Schon der Begründer der Stoa, Zenon von
Kition, und der Stoiker Chrysippos von Soloi wurden als weise bezeichnet. Nach
der Stoa ist die Philosophie die Lehre des Nützlichen und unterteilt in Physik,
Ethik und Logik. Weisheit ist dann das Wissen um alles Göttliche und
Menschliche. Das bedeutet, dass man erst die Naturwissenschaften oder andere
Dinge erforschen und verstehen muss, um dann zu den großen Fragen aufsteigen zu
können. Der weise Mensch braucht die anderen Wissenschaften, um sich auf
irgendetwas beziehen zu können. Und dann kann er darüber hinaus gehen und die
Ursprünge verstehen. Der Philosoph beweist, dass die Sonne groß ist und der
Mathematiker, wie groß. So kann man es sich ungefähr vorstellen. Denn
das „Große“ ist ja kein naturwissenschaftlicher Wert, sondern eher subjektiv.
So wird er zumindest abgestempelt. Also nimmt es die Philosophie auf sich, das
weiter zu verstehen. Die tatsächlichen Abmessungen interessieren sie aber
nicht. Der Physiker untersucht die Bewegungen der Planeten, aber der Philosoph
kennt das Muster. Philosophie ist aber nicht dasselbe wie Weisheit, denn diese
ist das Ziel, die Philosophie aber nur der Weg. Weisheit ist die Perfektionierung
des Geistes und die Philosophie das Streben danach. Ein weiser Mensch ist oft
anders als er erscheint, weil er schwer zu ergründen ist. Er verhält sich
komisch, weil er so ganz anders ist als sein Umfeld. Menschen lieben es,
Annahmen zu machen und von denen auf Wahrheit zu schließen, das macht man ganz
oft in alltäglichen Unterhaltungen. Oder man sagt Dinge, die subjektiv sind,
stellt sie aber dar, als wären sie objektiv. Der weise Mensch macht das alles
nicht, denn er gibt nicht vor, mehr zu wissen, als er weiß. Mehr sogar: Er sagt
überhaupt nichts, was er nicht sicher weiß. Kurz: Er hat keine Meinung und
nimmt nichts an. Der Weise weiß oder weiß nicht, aber meint nicht. Er
macht alles, was er macht, gut, weil er nur das tut, was er kann. Er versucht
nicht, das Universum nach seinen Wünschen zu biegen, sondern hat gelernt, seine
Wahrheiten zu akzeptieren. Ein weiser Mensch würde nie das Unmögliche
versuchen.
Zu dieser Weisheit gelangt man, indem man zwei
wesentliche Dinge kombiniert. Zunächst muss man die menschliche Seite
akzeptieren, die der Natur zugewandt ist und verstehen, dass bereits um einen
herum überall Weisheit steckt. Die Welt hat einen bestimmten Rhythmus,
bestimmte Regeln und es ergeht einem viel besser, wenn man da mitspielt. Und
dann braucht es die menschliche Logik, mit der man versteht, was wahr ist und
was nicht. Die Wissenschaft ist wesentlich dafür, denn es geht bei ihr um
festes Wissen und die Abwehr von Meinungen. Sollte sich am Ende herausstellen,
dass man tatsächlich nichts sicher wissen kann, muss der Weise auch konsequent
jedes Wissen ablehnen. Das ist dann eben so, wie es sein muss. Man wird auch
nicht graduell immer weiser, je länger man sich mit der Materie beschäftigt,
sondern ist es erst gar nicht und hat dann plötzlich eine Erleuchtung, nach der
alles Sinn ergibt.
Überblick
Fassen wir einmal zusammen. Zuerst haben wir von Sokrates
gelernt, dass Weisheit nicht dasselbe ist wie Wissen. Eigentlich sogar das
genaue Gegenteil: Wer wirklich weise ist, versteht, dass man die Antworten auf
gewisse Fragen nicht wissen kann. Die menschliche Weisheit liegt also darin, zu
erkennen, dass nur die Götter alles wissen und der Mensch sich mit dem begnügen
muss, was er auf seiner Welt vor sich sieht. Das sagt sich leicht, ist aber für
die Meisten schwieriger zu akzeptieren, als man denken würde. Man sagt viel
lieber, was man so denkt, und tut so, als wäre das die universelle Wahrheit.
Wirklich nach der Wahrheit zu suchen und dann ehrlich zuzugeben, dass man sie
nicht finden kann, erfordert viel Mut und Stärke. Aber vor allem: Weisheit.
Platon hat das dann etwas konkretisiert und gesagt, dass
es darum geht, die Weisheit zu lieben. Das ist ja auch die Übersetzung
von „Philosophie“. Und das bedeutet, dass man sie unbedingt erkennen will und
nach ihr strebt. Philosoph*innen begnügen sich nicht damit, einmal von Sokrates
zu hören, dass sie sowieso keine Ahnung haben, sondern müssen es selbst probieren
und selbst scheitern. Und erst dann versteht man auch wirklich, was es
bedeutet, nicht zu wissen. Und da man die Wahrheit liebt, verleumdet man sie
auch nicht: Man behauptet nicht, etwas zu wissen, das man nicht weiß und lässt
auch nicht einfach von Erkenntnissen ab, die man sicher gemacht hat. Eine weise
Person ist wie der Gefangene, der beim Höhlengleichnis rausgeführt wurde und
die Ideen erkannt hat. Philosoph*innen geben keine Ruhe, bis sie wirklich jeder
Frage hinterhergejagt sind. Die Realität, wie wir sie zuerst wahrnehmen, ist
nicht genug, man will verstehen, wie die Dinge zusammenhängen. Und so gelangt
man zu den Ideen, den Essenzen der Dinge. Aber auch die können einem nicht
beantworten, was das höchste Konzept von allen eigentlich bedeutet: Das Gute.
Aristoteles hat eigentlich eine sehr ähnliche Antwort,
aber hat eine feste Struktur des Wissens erstellt. Damit beantwortet er einige
Fragen, die man sich bei Platon stellen kann. Reicht es tatsächlich schon, die
Wahrheit nur einfach zu lieben? Kann man so schnell weise werden? Was ist, wenn
man sonst nichts weiß? Muss man nicht erstmal gelebt haben, bevor man sich
damit beschäftigt? Aristoteles nennt die Bereiche der Wissenschaftlichkeit,
Sachkundigkeit und Vernunft. Wissenschaftlichkeit bedeutet, das Wissen der Welt
in sich aufzunehmen und die festen Wahrheiten zu verstehen. Sachkundigkeit ist
jede Art, sich in Dingen der praktischen Welt auszukennen und sie damit zu verändern.
Vernunft ist das Wissen um das Gute und Schlechte und das Wesentliche. Und
erst, wenn man all diese Dinge zusammenlegt, wird man weise. Man braucht also
eine vollkommene geistige Fähigkeit in Allem und dann versteht man, worum es im
Leben eigentlich geht: Das Gute. Das kann man davor zwar schon wissenschaftlich
verstehen, dafür vernünftig argumentieren oder sachkundig etwas Gutes aufbauen,
aber erst durch die Weisheit erkennt man die Liebe zum Guten und fängt an,
wirklich danach zu streben. Es ist also auch eine Art der Liebe, die man lernt.
Wer erkennt, dass man immer das Gute suchen muss und wie man es findet, ist
weise.
Und dann gibt es noch die Stoiker, die deutlich mehr auf
das Verhalten der weisen Person eingehen. Die Weisheit besteht hier
darin, das wirkliche Wissen von den Meinungen zu unterscheiden. Außerdem
in dem Verständnis, dass bloße Meinungen zu nichts führen. Der weise Mensch hat
daher keine Meinungen, sondern sagt nur das, von dem er weiß, dass es stimmt.
Das geht nur, indem man sich mit den Dingen beschäftigt und Wissenschaft
betrieben hat. Das bringt einem zumindest die Fakten. Das Verständnis dessen,
dass die Unwahrheit nichts bringt, bringt einem die Natur. Die Logik der Welt
interessiert sich nicht dafür, wenn man etwas Unwahres sagt, aber es funktioniert
einfach nicht. Deshalb wird eine weise Person nie versuchen, gegen das
Universum anzukämpfen oder das, was schon feststeht. Man ist nicht einfach nur
weise, weil man Philosoph*in ist, aber wird es dadurch. Es ist der Weg, wie man
feststellt, seine Meinungen im Zaum zu halten und nur nach dem zu handeln, von
dem man weiß, dass es stimmt. Wenn es sich herausstellen sollte, dass das nichts
ist, weil alles unsicher ist, muss man auch da konsequent sein.
Konklusion
Was ist also Weisheit? Als ich angefangen habe, zu
recherchieren, dachte ich erst, dass alle antiken Strömungen irgendetwas
Anderes dazu zu sagen haben. Und ja, es gibt hier schon große Unterschiede.
Aber trotzdem sagen sie am Ende alle dasselbe aus: Weisheit ist nicht dasselbe
wie Wissen, weil man sie nicht auf diese Weise erlernen kann. Weisheit ist eine
Erleuchtung oder ein Prozess, der sich während des Lernens einstellt und das
Wissen selbst hinterfragt. Man erkennt, wo die Grenzen des eigenen Wissens stehen
und was man überhaupt wissen kann. Und da man das so deutlich vor Augen
hat, ist man deutlich vorsichtiger mit dem, was man sagt und damit, wie man
handelt. Es ist aber nicht nur das, sondern auch die Erkenntnis, wie die Welt
funktioniert. Man kann das Wissen nach seiner Relevanz einteilen und erkennt
die großen Fragen. Und auch, wenn man sie nicht unbedingt beantworten kann,
kann man sich ihnen annähern. Man weiß vielleicht nicht, was die Prinzipien des
Universums sind, aber man versteht, dass alles nach einer gewissen Logik
funktioniert und wie wichtig es ist, diese zu verstehen. Oder, nach Platon: Man
kann die Sonne vielleicht nicht anschauen, aber weiß, dass wegen ihr alles
existiert. Es ist also irgendwie eine Lebenseinstellung zum Wissen, seiner
Bedeutung, seiner Relevanz, seinen Grenzen und den richtigen Fragen. Und
deswegen ist das auch so schwer zu erklären.
Ich finde manchmal, dass Aristoteles in seiner
Philosophie viele Dinge, die Platon deutlich impliziter und einheitlich
dargestellt hat, mühsam auseinanderdröselt, wortwörtlich ausspricht und eine
Ordnung hereinbringen will, die es eigentlich gar nicht braucht. Seine
Aufteilung der Seele und des Wissens bringt am Ende drei Faktoren auseinander,
die man zusammenfassen kann. Natürlich ist Naturwissenschaft, praktisches
Wissen, Philosophie und Erkenntnis nicht dasselbe, aber die Person, die das
Wissen liebt, wird ganz klar in allen Bereichen nach der Wahrheit schauen. Im
praktischen Leben, in den Wissenschaften, der Philosophie und sich am Ende zur
Weisheit hangeln. Das ist die Stärke der Gleichnisse: Platon sagt alle diese
Dinge mit einer kurzen Geschichte gleichzeitig aus. Auch die Stoiker haben
interessante Erkenntnisse, aber konzentrieren sich sehr auf die Einzelperson:
Dabei ist doch eigentlich klar, dass eine Person, die die Wahrheit liebt, keine
Unwahrheiten sagt und dann ein entsprechendes Leben hat. Aber gut, ich bin hier
auch nicht, um die Philosophen selbst zu kritisieren. Es ist auch eine Sache
der Präferenzen: Die platonischen Gleichnisse sind schon auch ziemlich
kompliziert und müssen eben interpretiert werden. Aber man sieht hier, auch
ganz interessant, wie die Philosophie und die Wissenschaft im Allgemeinen immer
weiter weg von den Geschichten und Gleichnissen und hin zu den Analysen und
deutlichen Worten gegangen sind. Ob das gut oder schlecht ist, ist nicht so
einfach zu sagen.
Jedenfalls: Weisheit ist nicht einfach ein Faktenwissen
oder eine Lebenserfahrung, sondern eine gesamte Einstellung zum Wissen. Sie
steckt in Sokrates‘ Bereitschaft, eher zu sterben als zu behaupten, seine Suche
nach der Wahrheit sei Unsinn gewesen. In dem Gefangenen, der nicht am
Höhlenausgang umgedreht ist, um zu seinen Freunden in das Gewisse
zurückzugehen, sondern beschlossen hat, sich diese Außenwelt einmal
anzuschauen. Sie steckt im Stoiker, der sich weigert, so zu tun, als würde er
Dinge wissen, die er nicht weiß. Und um da hinzukommen, muss man zunächst
einmal geglaubt haben, man sei allwissend. Das ist auch Teil der
Wahrheit: Niemand wird weise geboren. Da kommt das Sprichwort her, dass das
Alter weise macht. Der Mensch muss zunächst auf dieser Erde gelebt haben, um
von seinen Erfahrungen zu lernen. Dasselbe gilt für die Philosophie: man muss
erst hoch hinaufsteigen und glauben, auf alles eine Antwort zu haben. Bis man
jemanden wie Sokrates trifft, der einen deutlich hinterfragt und auch
bloßstellt. Ob man dann böse sein will, ihn töten, bei dem bleiben, was man
dachte, komplett mit diesen Fragen aufgeben oder ob man seine Einstellung
ändern will, ist einem selbst überlassen.
So, und das war´s mit der Folge. Vielen Dank fürs Lesen!
Also, dann noch einen schönen Tag euch!
Quellen:
„Apologie“, „Symposion“ und „Der Staat“ – Platon
„Nikomachische Ethik“ – Aristoteles
„Stoicism“ – Anthony A. Long, David N. Sedley
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