#69 Macht Individualismus einsam?

Zusammenfassung

Ist euch auch aufgefallen, dass sich momentan irgendwie alles um das Individuum dreht? Es geht oft um Selbstperfektion, Selbstverwirklichung und andere Leute sind entweder in der Rolle, einen dabei zu unterstützen oder sind Hindernisse auf dem Weg, die man hinter sich lassen sollte. Auch so Dinge wie „Main-Character-Syndrom“ lassen es immer mehr so aussehen, als würde es der einzelnen Person immer mehr um sich selbst gehen. Aber tut uns dieser Individualismus gut? Denn eigentlich sind wir ja Gesellschaftswesen. Und wir können jetzt schon gut beobachten, dass Einsamkeit ein immer größeres Thema wird. Sind wir tatsächlich immer einsamer? Und auch noch selbst daran schuld?                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   


Hallo zusammen und herzlich willkommen zurück zu einer weiteren Folge von „Philosophie für zwischendurch“!


Einleitung

Skript 69

Hallo zusammen und herzlich willkommen zurück zu einer weiteren Folge von „Philosophie für zwischendurch“!

Heute möchte ich mit euch ein Thema besprechen, das ich schon lange zur Folge machen wollte. Es geht um Individualität und Einsamkeit. Besonders in der heutigen Zeit bekommt man oft das Gefühl, dass sich alles nur noch um das Individuum dreht. Es geht um Selbstverwirklichung, es gibt den Ausdruck des „Main-Character-Syndroms“ und gibt die Leute, die meinen, sie würden Dinge „für den Plot“ tun. Darüber habe ich tatsächlich einmal einen Beitrag auf meinem Instagram gemacht – der erscheint aber wahrscheinlich demnächst noch einmal auf Youtube und TikTok. Aber auch außerhalb davon ist immer mehr im allgemeinen Gespräch, dass man seinen eigenen Weg finden, sich nicht von den Wünschen seiner Umgebung beeinflussten lassen und unabhängig sein soll. Und versteht mich nicht falsch, das sind an sich alles gute Werte. Aber wenn man alles einmal zusammennimmt, hat man immer irgendwann das Gefühl, dass hier die Gesellschaft etwas zu kurz kommt. Warum versteht man denn ein soziales Umfeld immer als etwas, was einen unten hält, Druck ausübt und gegenüber dem man Verpflichtungen hat? Der Begriff „Kompromiss“ ist inzwischen sehr schlecht angesehen, obwohl es doch eigentlich etwas Gutes ist. Wenn zwei Seiten einen Kompromiss schließen, folgt daraus nicht gleich, dass eine davon ihre Prinzipien aufgeben musste oder es nicht geschafft hat, sich durchzusetzen. Ein Kompromiss ist zunächst einmal eine produktive Einigung von zwei Seiten, auf deren Grundlage man arbeiten kann. Wir können ja nicht alle immer erwarten, dass wir genau mit dem allen, was wir wollen, durchkommen. Beim Dating sind solche Fragen auch immer besonders groß. Es gibt viele Leute, die vor lauter Angst, dass sie von dem*der jeweiligen Partner*in ihren Willen nicht durchbekommen, ganz vergessen, dass es in Beziehungen auch oft um Kompromisse geht. Wenn wir mit anderen Menschen länger zusammenwohnen, kommen wir immer irgendwann darauf, dass sie sich von uns unterscheiden. Und diese Unterschiede können Ärgernisse kreieren, die man nicht bis in alle Ewigkeit ignorieren kann. Anstatt also dann auszureißen und sich einen Ort auszusuchen, wo man wieder allein sein Ding machen kann, bis man wieder einmal jemanden einlädt, kann man versuchen, eine Lösung zu finden. Und die muss zwangsmäßig beinhalten, dass man irgendetwas, was man tun will, nicht unbedingt tun kann, etwas Anderes aber schon.

Und dann haben wir das Thema der Selbstperfektion. Die sozialen Medien sind voll mit Videos und Anleitungen, wie man den besten Körper bekommt, die beste Mentalität gegenüber dem Leben und das meiste Wissen. Und diese ganzen Wettbewerbe machen auch einsam. Denn es kann natürlich nur immer eine Person das meiste Wissen oder die „beste“ Mentalität haben, wenn es so etwas überhaupt gibt. Und es kapselt einen von Anderen ab, weil man sie immer mehr entweder als Menschen sieht, die einem auf diesem Weg nicht helfen können, weil sie da zu weit zurückstehen oder sogar als Rivalen. Und das entzweit, klar. Im 21. Jahrhundert wird das Individuum immer wichtiger und das ist auch gut so. Aber es bringt eben neue Probleme und Fragen mit sich, auf die viele Leute nicht vorbereitet sind. Vor allem in einer Welt, die so über-voll mit Menschen ist, ist es anstrengend, die eigene Individualität zu erhalten, ohne von ihr verschlungen zu werden. Denn es ist richtig, dass jeder Mensch wertvoll ist und geachtet werden soll, Rechte verdient und nicht von den Wünschen Anderer unterdrückt werden darf.

Aber heute will ich einmal etwas provokant, vielleicht sogar polemisch, fragen, ob der Individualismus an seine Grenzen stößt. Und ist das überhaupt der richtige Ansatzpunkt? Kann und sollte man „weniger“ individualistisch werden? Und ist der Individualismus überhaupt schuld an dieser ganzen Situation? Die Gegenideologie, der Kollektivismus, erinnert oft an den Kommunismus. Ist das vielleicht eine Lösung? Also, Teile des Kollektivismus natürlich nur. Inwiefern tut dem Menschen der Individualismus gut und wo braucht es ein wenig Kollektivismus?

 

Der moralische Egoismus

Da wir aber über Philosophie reden, wollen wir einmal kurz bei der Moral bleiben. Vieles von dem, was wir tun und wie wir uns verhalten, kommt von da. Das ist uns vielleicht nicht immer bewusst, aber unsere moralischen Regeln basieren immer auf Werten, die wir tief in uns verankert haben. Deshalb ist es immer wichtig, zu schauen, was denn der Gesellschaft momentan wichtig ist. Wenn wir uns das Gesellschaftsbild anschauen, das ich gerade gezeichnet habe, führt uns das zur Philosophin Ayn Rand und zu ihrem moralischen Egoismus.

Sie sagt, dass es keinen logischen oder höheren Grund gibt, weshalb die standardmäßigen moralischen Regeln richtig sein sollten. Wir sagen nur einfach, dass sie es sind, weil wir sie uns ausgesucht haben. Oder zumindest die Mehrheit. Aber die Mehrheit ist am Ende auch nur eine Ansammlung an Individuen: Warum sollte ihr Leid oder Glück schwerer wiegen als das der Einzelperson? Und je öfter wir uns diese berechtigten Fragen stellen, desto mehr verschwinden diese Werte. Schwüre werden obsolet, das füreinander-Einstehen zu einem Witz. In einer solchen Welt gibt es nur einen moralischen Hintergrund, der irgendwas zählt: Das Leben selbst. Moral entsteht aus Zielen, die man verfolgt und das ultimative Ziel aller Menschen ist das Überleben. Die Moral sollte also darin bestehen, das zu tun, was einem beim Überleben hilft. Wenn wir uns im Kontrast einen unsterblichen Roboter vorstellen, dann hat der wenig von einer Moral. Denn er kann nichts gewinnen oder verlieren. Wenn man dieses ultimative Ziel also nicht hat, dann ist auch alles Andere und die Moral selbst sinnlos. Ist das nicht Beweis genug, dass die Moral nur daraus besteht? Auch merkt man das daran, dass das Gute normalerweise mit Glück und Gesundheit verbunden war, das Böse aber mit Leid und Schmerz.

Der wahre Grund, weshalb wir überhaupt Werte haben, ist, um zu überleben. Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen und kann nicht nur Gebrauch von seinem Gehirn machen, sondern muss das auch. Wir brauchen Werte, um zu kommunizieren, zusammenzuleben und Pläne zu machen. Damit ist das logische Denken überaus wichtig. Und auch hier wieder: Das Moralische ist, was dem Überleben des jeweiligen Individuums zuträglich ist. Wir alle können immer nur mit unserem eigenen Kopf denken und den eigenen Augen sehen. Das bedeutet, dass wirklich nur jede einzelne Person für das jeweils eigene Wohlergehen zuständig ist und sein soll. Es gibt also auch keinen Grund, Anderen zu helfen, etwa durch Spenden. Und wenn es das eigene Wohlergehen sogar noch gefährdet, wenn auch nur leicht, sollte man davon absehen. Denn man hat eine Verantwortung gegenüber sich selbst. Wenn man aber einen Grund dazu sucht, dann kann man ihn zumindest darin finden, dass Gesellschaft Spaß macht. Solange man also den anderen Menschen aus eigenem Nutzen hilft, ist da auch kein Problem dran.

Das ist jetzt natürlich sehr ungewöhnlich zu hören, weil die meisten Ethiken vertreten, dass man unbedingt anderen Menschen helfen soll, eben weil alle Menschen wertvoll sind. Aber Ayn Rand sagt, dass diese Theorien alle dem Leben abschwören und damit dem höchsten Wert. Es ist eine Ethik, die anti-Leben ist. Das alles hängt jetzt natürlich nicht in direkter Weise mit dem überhöhten Individualismus zusammen, aber hat viel damit zu tun. Indem Rand meint, es sei moralisch gefordert, dass jeder Mensch sich nur um sein eigenes Wohl kümmere, wird die Welt äußerst individualistisch. Das ist dann nämlich alles, was noch zählt, während die Gesellschaft fast komplett de-moralisiert wird. Plötzlich sollen wir einander nicht mehr helfen und uns gegenseitig berechnen. Der individualistische Segen ist dann, dass man keine künstlichen Regeln mehr hätte und wir unser bestes Leben leben, das größte Optimum erreichen könnten. Aber ab dem Punkt muss man sich doch fragen: Wozu noch?

 

Das Kollektiv

Wenn man jetzt Karl Marx danach fragen würde, würde es ihn überhaupt nicht wundern, dass ein solcher Text in diesem oder im letzten Jahrhundert von den USA veröffentlicht wird. Der Kommunismus, von dem er und Friedrich Engels reden, ist das Paradebeispiel für eine Ideologie des Kollektivismus. Im „Kapital“ geht es sehr viel um Ökonomie und im kommunistischen Manifest vor allem um eine politische Bewegung, aber, was man zwischen den Zeilen überall herauslesen kann, ist, dass es um das Soziale geht. Klar, das sagt auch schon das Wort „Sozialismus“, was nach Marx die Vorstufe zum Kommunismus sein sollte. Der Punkt ist, dass Marx den Kapitalismus als eine Wirtschaftsform sieht, die uns entzweit. Sie bringt alle Menschen gegeneinander auf, in einem ewigen Spiel um Dominanz und Unterordnung. Das ist ganz klar schlecht für die Gemeinschaftlichkeit. Die moralischen Werte, die Ayn Rand äußert – also, natürlich hat er sie nie gekannt – sind im Grunde Versinnbildlichungen von dem, was wir durch den Kapitalismus vorgelebt bekommen. Klar, es wirkt komisch, das so direkt aufgedröselt zu bekommen, weil sich niemand gern egoistisch fühlt. Aber ist es nicht so, dass es in unserer Kindheit immer darum geht, was wir später arbeiten und wie viel Geld wir verdienen wollen? Haben wir nicht schon seitdem eigentlich nur unser eigenes Ziel vor Augen, das weder Freunde noch Familie involviert? Selbst, wenn man sagt, man würde später gerne eine Familie „haben“, klingt das auch schon wieder so sehr nach Firmen-Sprech. Heute paraphrasiere ich Marx schon sehr stark, das ist mir bewusst. Aber es muss klar sein, dass die ganze Ideologie, die – zumindest angeblich – durch den Kapitalismus genährt wird, das Eigentliche ist, gegen das der Kommunismus vorgehen soll. Denn dadurch, dass wir so entzweit sind und nur nach dem Geld schauen, ignorieren wir natürlich das Leid anderer Menschen. Kaum jemand von uns hat jemals tausende von Euro in Spendengelder gesteckt und sich damit in finanzielle Not gebracht. Kleine Spenden gibt es, aber auch nur so, dass es uns finanziell dadurch an nichts fehlt. Es geht nicht um das Zusammenleben, sondern die Befriedigung der eigenen, egoistischen Wünsche. Wie es Ayn Rand sagt. Und, um das alles auf das Thema der Folge zu beziehen: Natürlich macht das einsam! Wir sind in einer Gesellschaft großgeworden, in der es ja gerade darum geht, einander gegenseitig auszubooten und nur immer sich selbst im Sinn zu haben. Man kann natürlich trotzdem nach menschlichen Kontakten suchen und sie so verstehen, dass sie ja auch eine gewisse Befriedigung darstellen. Aber diese berechnende Haltung gegenüber Freunden und Familie ist ja gerade das Problem! Und so wird sich auch Gesellschaft immer einsam anfühlen. Der Individualismus kommt hier ins Spiel, weil der Kapitalismus das Individuum überhöht, sodass scheinbar gar nichts mehr sonst eine Rolle spielt.

Und was können wir dagegen tun? Nun, der Vorschlag von Marx und Engels wäre der Kommunismus. Das ist jetzt in dieser Folge sehr schwer, noch komplett aufzudröseln, und geht sonst wahrscheinlich auch am Punkt vorbei. Aber wichtig ist, dass der Vorschlag beinhaltet, das Kollektiv, statt dem Individuum, in den Mittelpunkt zu stellen. Menschen würden beginnen, in Gemeinschaften zu leben und alles miteinander zu teilen. Somit wäre nie wieder jemand allein, so viel wäre sicher. Und natürlich verschwindet auch der berechnende Faktor, weil man gar nichts mehr davon hätte, die Mitmenschen auszunutzen. Ob durch staatliche Regulierung oder auf natürliche Weise, wie Marx meint, würden die Menschen in einer anderen Wirtschaftsform nicht mehr danach streben, für sich selbst die größten Vorteile zu erreichen, sondern zusammenarbeiten. Niemand könnte reicher werden als der Andere, also gäbe es gar keinen Grund mehr zur Rivalität. Und das ist es eigentlich, was eint: Der Wegfall von internen Konflikten. Denn der Mensch ist ja ein soziales Wesen, so viel wissen wir, und sonst würden wir uns auch diese Frage nicht stellen.

 

Die unmoralische Industrie

Ein Jahrhundert später sehen wir diesen Gedanken durch Theodor Adorno und Max Horkheimer weiterentwickelt. Denn sie meinen auch, dass die Einsamkeit des Menschen, aber auch sein generelles Sein sehr stark mit kapitalistischen Mechanismen zusammenhängt. Hieraus erwächst der Begriff der „Kulturindustrie“. Die Kulturindustrie ist eine Dynamik, die sich in den modernen Gesellschaften herausbildet. Ursprünglich war es immer so gewesen, dass der Mensch bestimmte Waren gebraucht hat oder wollte, diese dann hergestellt und ihm verkauft wurden. Aber das ist eine basale kapitalistische Dynamik, die nicht so einträglich ist, wie sie sein könnte. Also sind viele Firmen dazu übergegangen, die Interessen der Menschen durch Werbung und implizite Botschaften zu manipulieren, um sie dazu zu bekommen, gewisse Dinge zu wollen. Wir werden also im Sinne der Marktwirtschaft zu konsumierenden und zahlenden Individuen verzerrt. Deshalb beklagen Adorno und Horkheimer auch, dass die Künste und tatsächliche Kultur immer weiter aus dem Ruder laufen und zu leichter und seichter Unterhaltung werden. Es wird der Menschheit ganz unbemerkt von oben eine neue Art von Kultur aufgelegt, in der sich ganz zufällig alles nur noch um Konsum dreht und derjenige besser ist, der mehr hat. Da fallen euch sicher viele Beispiele aus dem Alltag ein. Und so wird man von einem Subjekt zu einem Objekt auf dem Markt, das schon gar keine eigene Mündigkeit mehr hat. Wir entscheiden schon längst nicht mehr, was wir wollen. Allein das Phänomen der sogenannten „Massenmedien“ zeigt das. Es ist doch ein Zufall, dass alle plötzlich genau dasselbe zu mögen scheinen, oder?

Um diese Manipulation aber zu erreichen, müssen Firmen eine ganz persönliche Bindung zu ihren Kund*innen aufbauen. Es kann einen niemand manipulieren, der weit weg ist und keine Relevanz für das eigene Leben hat. Der erste Schritt dabei ist, dass alle immer beteuern, dass ihnen das Wohl der Menschen am Herz liegt. Das hört man aus fast jeder Werbung von Banken oder Versicherungen. Meint ihr, dass das stimmt? Sie kennen euch ja gar nicht! Aber es ist natürlich störend, wenn jemand so etwas sagt, weil Firmen es lieber haben, wenn man darüber schweigt und die Dynamik ihren Lauf nehmen lässt. Denn die Aufklärung ist in diesem Prozess sehr störend. Klar, wir haben ja schon immernoch alle eine Schulbildung und können Dinge hinterfragen, wir befinden uns ja nicht in einer Matrix. Aber denkt euch, dass eigentlich alle Firmen versprechen, dass ihr durch deren Produkt in irgendeiner Weise unabhängiger von ihnen werdet: Ihr habt es dann gekauft, könnt euer eigenes Ding damit machen und löst irgendein Problem, das ihr habt. Aber in Realität seid ihr danach abhängiger von der entsprechenden Firma als davor: Vielleicht müsst ihr euer Produkt reparieren lassen, ihr kommt häufiger zu dem Laden zurück, weil ihr Vertrauen gefasst habt oder ihr interessiert euch plötzlich für mehr, was die Marke produziert. Euer Problem wird nur für kurze Zeit gelöst. Ein gutes Beispiel sind Smartphones: Erstens gehen sie schnell kaputt und sind in der Regel nicht wirklich reparierbar. Aber auch sollen sie eigentlich kommunikativer machen, die Menschen verbinden. Aber die Dienste, die man dazu nutzt, versuchen mit aller Macht, die Nutzer*innen festzuhalten. Das bedeutet, dass es für sie ziemlich ungünstig wäre, wenn plötzlich alle aufhören würden, zu schreiben, und zueinander fahren würden, um zu reden. Es ist also gar nicht das Ziel, den Menschen Gemeinschaft zu geben, sondern, sie in dem Stand zu halten, miteinander zu schreiben. Und der Mittelpunkt von dieser ganzen Industrie ist, ihr habt es erraten, der Individualismus. Indem der Mensch allein und von seinen Mitmenschen getrennt angesprochen wird, ist er verletzlicher und kann einfacher ausgebeutet werden. Wenn niemand da ist, um einem zu sagen, dass man sich das Unterschreiben eines Vertrages gut überlegen sollte, macht man es einfach. Eigentlich ist es ironisch, dass es mittlerweile sogar die Möglichkeit gibt, KI-Freunde zu haben, was im Grunde der Gipfel dieser ganzen Entwicklung ist. Denn wisst ihr, wozu es eigentlich niemanden braucht und was auch kein Geld kostet? Mit Freunden etwas zu unternehmen, sich gut zu unterhalten und mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Gut, ganz kostenlos sind Unternehmungen mit Freunden auch nicht, aber ihr versteht, was ich meine. Es wird immer versucht werden, diese tatsächlich vertraute und wichtige Person im Leben auszustechen und durch eine Firmenbindung zu ersetzen. Also noch einmal: Natürlich sind wir einsam! Das ist genauso gewollt.

Auch betonen die Autoren, dass es sich bei der Kulturindustrie, auch wenn es sehr stark so wirkt, um keinen Prozess handelt, der zentral von einer Person oder Firma gelenkt wird. Ihr müsst bedenken, dass alle Teilnehmenden ja auch Teil dieser Gesellschaft sind. Es werden also auch die Leute, die lenken, selbst gelenkt. Wir reden hier also nicht über irgendeine Verschwörungstheorie. Der Punkt ist nur, dass das die Art von Gesellschaft ist, die nach Horkheimer und Adorno der Kapitalismus hervorbringt. Und wenn es darum geht, nicht mehr einsam und allein zu sein, sollten wir uns wirklich überlegen, woran das liegt. So viel kann ich verraten: Nicht daran, dass es eine entsprechende App noch nicht gäbe.

Nun, mittlerweile wissen wir, dass der Kommunismus zumindest einmal deutlich schwieriger umzusetzen ist als gedacht. Man kann auch direkt sagen, dass mehrere Staatsformen, die sich „sozialistisch“ genannt haben, gescheitert sind. Aber das sind wirtschaftliche Geschichten, während wir uns heute nur für die menschliche Ebene interessieren. Ist es also nicht vielleicht trotzdem gut gewesen, dass die Menschen so „zusammengeschweißt“ worden sind? Ist der Kollektivismus ein System, das ganz einfach Einsamkeit „löst“, auch wenn es gewisse wirtschaftliche Probleme schafft? Und wenn das so wäre, wäre natürlich die spannende Frage, was wir gewillt wären, zu opfern.

 

Individualismus in der Gesellschaft

Der Philosoph Lars Svendsen stellt auch fest, dass das Thema der Einsamkeit momentan hoch im Kurs ist. Er ist aber gegen die häufig gestellte Diagnose, dass das die Schuld des Individualismus wäre. Er meint, dass das nur ein Narrativ der Sozialwissenschaft sei. Die Wahrheit ist aber, dass wir zuerst einmal aufhören sollten, den Individualismus schlechtzureden. Wir sind alle schon seit Jahrhunderten auf dem Weg, zu liberalen Individuen zu werden und momentan auf einem neuen Hochpunkt angekommen. Man sieht das besonders daran, dass es auf der Welt immer mehr Demokratien gibt. Klar, es gibt viel zu kritisieren und es sind nicht alle gleich weit, aber wenn wir den aktuellen Stand mit dem von vor mehreren Jahrhunderten vergleichen, sind wir schon sehr viel weitergekommen. Ein liberales Individuum zeichnet sich dadurch aus, dass es Rechte, Freiheit und eine Privatsphäre hat und darauf Wert legt. Vor allem ist es eines, das Alternativen im Leben hat, wählen kann. Denn daraus entwickeln sich dann Lebenswege und verschiedene Charaktere. Die Selbstrealisierung setzt da ein, wo die Gesellschaft einen seinen eigenen Weg finden lässt. Man wird größtenteils von Anderen nicht eingegrenzt und kann seinen eigenen Lebenssinn verfolgen. Man ist trotzdem Teil der Gesellschaft und sozialisiert, aber nach den eigenen Bedingungen. Der liberale Mensch ist einzigartig, unabhängig und selbstbestimmt, wodurch sich der Charakter ergibt.

Aber dadurch kommen wir natürlich immer mehr dazu, über uns selbst nachzudenken. Klar, wenn man frei wählen kann, muss man sich auch gut überlegen, was man tun will. Und niemand ist sicher vor den ständigen Selbstzweifeln, ob man den richtigen Weg eingeschlagen hat. Man muss ja schließlich eine Identität aufbauen, da gehört das dazu. Und völlig individualistisch ist man sowieso nie: Keine Person baut sich komplett selbst, sondern es gibt immer Einflüsse von außen. Die sind so stark, dass es sogar philosophische Positionen gibt, die meinen, dass wir eigentlich nur aus äußeren Einflüssen bestehen und uns die Entscheidungsfreiheit nur einbilden. Aber das ist ein anderes Thema. Man ist ständig hin- und hergerissen: Der Mensch ist sozial und möchte dazugehören, aber auch sein eigenes Ding machen. Das ist ein Widerstreit, den wir ständig haben. Und irgendwie kommt man immer dabei heraus, dass man sich entweder von seiner Gruppe entfernen muss oder seine Träume aufgeben: Eine unmögliche Entscheidung. Oder man muss eben immer wieder hoffen, Leute zu finden, die dasselbe wollen wie man selbst. Aber dann sind wir wieder zurück bei dem Problem, Leute nur danach zu beurteilen, wie viel sie einem einbringen. Und das führt uns wieder zurück zu unserer Einsamkeit.

Damit schlagen wir den Bogen zurück: Genau deshalb heißt es immer öfter, dass Menschen vereinsamen. An dieser Reflexivität haben wir einfach schwer zu tragen. Aber nichts von dem, was ich euch jetzt erzählt habe, ist neu. Der Mensch ist schon immer ein paradoxes Wesen gewesen, das schwer an der eigenen Existenz zu tragen gehabt hat. Fragt nur Jean-Paul Sartre oder Friedrich Nietzsche! Der Unterschied ist, dass früher ein Teil der Arbeit von der Regierung übernommen wurde: Könige haben ihren Untertanen schnell sehr deutlich gemacht, wer sie sein sollten und zu wem sie gehören. Aber es nicht so, als hätte uns das glücklicher gemacht. Und Svendsen stellt außerdem fest, dass der heutige Mensch eigentlich nicht spezifisch einsam ist. Inzwischen gibt es ja sogar tausende Möglichkeiten mehr, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Und Studien über die Einsamkeit sind sehr modern, da können wir wenige Vergleiche darstellen. Die wenigen Ergebnisse, die es gibt, zeigen auch vor allem eher eines: Eigentlich kann man es dem Menschen nie recht machen. Wir verlangen alle ein unmöglich perfektes Verhältnis aus Freiheit und Zugehörigkeit. Wir können beides haben, aber nicht in seinen Extremen. Und das sollten wir auch gar nicht wollen – aber gut, wir kennen uns ja. Was die liberale Zeit und der Individualismus geändert haben, ist die Weise, wie wir die Welt anschauen. Jetzt, da wir fast vollständige Kontrolle über uns haben, wollen wir genau dann Gesellschaft, wenn wir sie brauchen und dann allein sein, wenn wir das müssen. Wir sind halt einfach ambitionierte Wesen. Aber den Individualismus sollte man nie verteufeln, denn das ist, was wir sind. Und mit einem Blick auf Ayn Rand muss man auch deutlich sagen, dass Individualismus auch nicht dasselbe ist wie Egoismus. Wir sind, wer wir sind und eigentlich sollten wir es begrüßen, dass jetzt Zeiten kommen, in denen wir uns für uns selbst Gedanken machen können, wie wir am besten leben.

 

 

Die Einsamkeit des Individuums

Die Philosophin Barbara Schellhammer kommt zum selben Schluss wie Svendsen, aber baut noch darauf auf: Wenn wir nicht wirklich einsamer sind als sonst und jetzt alle Möglichkeiten nach mehr Gesellschaft haben, warum sind wir es dann noch? Man könnte ja meinen, dass dieses Phänomen so langsam verschwinden würde. Das Problem ist aber, dass wir dem gar nicht vollständig entkommen können: Die Einsamkeit gehört nämlich zu unserem Sein. So, Freunde, jetzt kommen wir nämlich zur philosophischen Bearbeitung dieses Problems. Einsamkeit ist nicht einfach nur die Abwesenheit von Gesellschaft, denn das würde sich ja spätestens dann lösen, wenn der Planet völlig überbevölkert wäre. Ihr kennt aber sicher das Phänomen, dass man in einer Gruppe mit Leuten sitzt und sich sogar noch einsamer fühlt, als wenn man alleine wäre. Das ist nicht einfach nur dahingesagt, sondern ist ein logischer Vorgang. Es geht nämlich nicht darum, wie viele Leute man trifft, sondern, wie selbstbezogen man ist und wie man auf das Fremde reagiert. Also, nicht auf normative Weise: Es geht hier nicht darum, ob man etwa rassistisch ist oder nicht, das ist ein anderes Thema.

Wenn man die Einsamkeit bezwingen will, braucht man andere Menschen dafür. Aber sie müssen nicht einfach anwesend sein, sondern man muss sich auf sie einlassen. Ist man selbstbezogen und schaut nur nach innen, schafft man es nicht. Man muss sich auf das Andere einlassen und sich damit konfrontieren. Das bedeutet, das Externe weder zu absorbieren, um so wie es zu werden, noch, es zu versuchen, zu bändigen, damit es so wird wie man selbst. Denn stellt euch vor: Wenn alle eure Freunde so sind, wie ihr, dann seid ihr ja im Grunde auch nur wieder in deren Gesellschaft mit euch allein. Und das passiert entweder, wenn ihr alle nötigt, so zu sein, wie ihr, oder, wenn ihr so versucht, zu sein, wie sie. Das heißt jetzt nicht, dass man nicht Gemeinsamkeiten haben könnte: Aber das Andere ist einfach das Andere. Bei jeder Begegnung entsteht ein gewisser Spannungsraum zwischen zwei oder mehr Personen, die sich zeigen, aber auch die andere Person kennenlernen wollen, ohne, dass sich jemand ändern müsste. Wenn ihr euch das einmal überlegt, ist es eigentlich recht komplex. Denn alle stellen sich natürlich besonders gut dar und trotzdem muss man sich selbst erhalten, ohne aber abweisend zu werden. Um es kurz zu sagen: Auf Leute zuzugehen und Freundschaften führen, ist deutlich schwieriger, als viele Menschen denken. Wie tief kann eine Freundschaft gehen, ohne zu viel zu sein? Wie oberflächlich darf sie sein, um trotzdem noch als eine solche zu gelten?

Und wir sind in dieser ganzen Angelegenheit ohnehin mit einem großen Handycap ausgestattet, da wir alles immer nur aus unserer eigenen Perspektive sehen können. Wir wissen nicht, was die Anderen denken, was sie wollen und ob sie uns mögen. Es gibt keine Garantie, man muss ihnen einfach glauben. Und auch da muss man aber schauen, dass man weder zu misstrauisch, noch zu gutgläubig ist: Man ist nicht am ersten Tag direkt der*die beste Freund*in von einer Person. Und selbst, wenn wir das alles richtig machen, sind wir am Ende trotzdem allein. Wie gesagt, uns bleibt nur unser eigener Kopf und unsere Augen. Der Individualismus erzeugt das Problem nicht, aber er macht es deutlicher: Wir sind alle einzelne Menschen. Wenn man „allein sein“ sehr streng definiert, sind wir immer allein, weil niemand Anderes in unseren Gedanken ist. Gut, außer wir reden über psychische Erkrankungen, aber auch das würde nicht wirklich zählen. Deshalb sagt man ja auch immer, dass man nicht zu viel grübeln sollte. Wenn man Menschen kennenlernen will, muss man an einen Ort gehen: Der kann heutzutage entweder draußen oder im Internet sein. Aber man muss nicht nur hingehen und den Spannungsbereich betreten, sondern auch eine Persönlichkeit haben, die man präsentieren kann. Man muss nicht schon alles erlebt haben, klar, aber es muss ja eine Grundlage geben. Und das eröffnet eine zweite Ebene der Einsamkeit: Wer Gesellschaft will, muss auch in der Lage sein, mit sich selbst alleine zu sein. Das bedeutet, sich zu kennen und akzeptieren. Wie das wiederum geht, würde eine andere Folge erfordern. Aber idealerweise sucht man Gesellschaft aus Lust und Neugier auf, aber nicht, um der Einsamkeit zu entkommen. Klar, das ist eine etwas harte Anforderung. Aber sonst läuft man nur wieder Gefahr, mit anderen Menschen allein zu sein. Auch könnte es sein, dass man süchtig nach Anerkennung und der Meinung von Anderen wird. Aber damit entfremdet man sich nur selbst, weil die wichtigste Meinung über sich selbst natürlich die eigene ist. Denn der kann man ohnehin nicht entkommen, sondern trägt sie immer bei sich. Um es also etwas drastisch auszudrücken: Man muss mit sich selbst leben können, um mit Anderen zu leben.

Aber auch dieses Allein-Sein sollte man nicht fetischisieren. Es gibt keine Person, die wirklich niemanden brauchen würde und keine*r ist wirklich gern einsam. Denn einsam zu sein, ist nicht dasselbe, wie allein zu sein. Alleine zu sein und es zu können, kann einen sehr motivieren, es ist ein Zeichen der Autonomie und Souveränität, es macht einen einzigartig und für den Augenblick unergründbar. Aber ihr könnt euch sicher denken, dass das auf Dauer nicht funktioniert. Man tut gut daran, eine Mikrodosis von beidem zu nehmen und es dynamisch zu halten. Alleine sein, um die Eindrücke einmal sacken zu lassen und sich zu orientieren und Gesellschaft, um sich inspirieren zu lassen. Unter anderem. Das ist eben das Wesen des Menschen: Wir werden immer zwischen Gesellschaft und Einsamkeit, Passivität und Aktivität, Orientierung und Reflexion sein.

 

Überblick

So, fassen wir einmal zusammen. Das Thema unserer Folge ist, ob uns der Individualismus einsam macht. Das klingt zwar erst sehr plakativ, aber wenn man sich anschaut, wie viele Trends zur Selbstverwirklichung und Selbstperfektion es gibt und wie oft es um die Loslösung von Freunden und Familie geht, die einem im Weg stehen, bekommt man diesen Eindruck. Es geht momentan wirklich sehr viel um das Individuum und Dinge wie Kompromisse oder Einfügung in eine Gesellschaft werden immer mehr als Unterdrückung angesehen. Macht so ein Denken nicht einsam?

Dann haben wir mit Ayn Rand gesehen, dass die moderne Philosophie sich sogar auch schon dieser Denkweise anpasst: In ihrer Verteidigung des Egoismus meint sie, es wäre schlecht, anderen Menschen zu helfen oder sich für sie zu opfern, weil es das Ich verrät. Alle sind aber vor allem für sich selbst verantwortlich und sollten ihr Leben nur so einordnen, wie es ihnen am meisten etwas bringt. Das klingt auch nicht, als würde daraus gesellschaftlicher Zusammenhalt entstehen.

Aber das tut er auch nicht, meint Karl Marx. Der Kapitalismus verhindert, dass man an Andere denkt, weil man nur immer nach dem großen Geld und dem eigenen Vorteil her ist. Der Kollektivismus sieht dagegen vor, dass der Mensch vor allem in der Gemeinschaft mit Anderen aufgeht. Und um das zu erreichen, muss man eben einige wirtschaftliche Stellschrauben umstellen: Denn ohne Geldgier wäre das gar kein Problem.

Max Horkheimer und Theodor Adorno setzen noch darauf, dass das Individualistische durch die Kulturindustrie durchaus gewollt ist. Heißt: Firmen haben einen Vorteil davon, uns zu entzweien und auszuschlachten, weil wir dann immer mehr glauben, dass wir für unser Glück Geld bezahlen müssen. Dass ein Nachmittag mit den Freunden nichts kostet, bleibt dabei ungesagt. Das ist zwar jetzt auch kein zentral gesteuerter Prozess, aber eine Dynamik des Kapitalismus, die man hinterfragen sollte.

Aber hier ist dann Lars Svendsen eingeschritten und hat stark infrage gestellt, dass wir wirklich alle inzwischen einsamer sein sollen als früher. Denn eigentlich ist das gar nicht bewiesen, wir haben nur einfach mittlerweile das Recht und die Zeit, uns darüber Gedanken zu machen. Eigentlich hatte der Mensch noch nie mehr Gesellschaft wie jetzt: Denn es gibt ja die ganzen technischen Möglichkeiten. Man muss sie nur richtig nutzen. Deshalb jetzt aber den Individualismus, eine der größten menschlichen Errungenschaften, herunterzumachen, ist ziemlich empörend.

Dem pflichtet Barbara Schellhammer bei und fügt hinzu, dass die Einsamkeit nicht an unseren Lebensumständen hängt, sondern an uns. Das menschliche Sein ist eines, das dafür anfällig ist, einsam zu sein. Das liegt daran, dass wir schonmal nur unsere eigenen Gedanken denken können und im Kopf immer allein sind. Und auch wenn wir andere Menschen treffen, ist es anstrengend, sich auch mit denen nicht allein zu fühlen. Wenn man sich von ihnen überrollen lässt und selbst nichts mehr gilt, fühlt man sich fremd, wenn man sie zu sehr von der eigenen Art beeinflusst, ist es wieder, als wäre man allein. Letzten Endes muss man einfach gewillt sein, diesen Spannungsbogen zu betreten, in dem man die Balance zwischen Beidem hält und die andere Person als anders akzeptiert. Und das war schon immer schwierig, weil es an einer ganz komplizierten Konstruktion aus Zugehörigkeit, Einsamkeit, Souveränität und Persönlichkeit hängt, die jeder Mensch in sich trägt.

 

Konklusion

Was machen wir dann also jetzt damit? Ich denke, wir können Barabara Schellhammer ganz gut beipflichten. Lasst euch nicht entmutigen! Klar, Horkheimer, Adorno und Marx haben jetzt auch nicht unrecht: Es gibt sehr viele Firmen, die ein Interesse daran haben, dass wir allein sind und nur einfach ihr Zeug kaufen, anstatt so zufrieden zu sein. Aber das ist eben so oder braucht zumindest andere Lösungen. Die menschliche Einsamkeit ist aber ein Problem, vor dem alle stehen, ob individualistisch oder kollektivistisch veranlagt. Wir dürfen nicht unsere liberale Gesellschaft in einen Fluch verwandeln: Hier können wir zum ersten Mal wir selbst sein – das ist doch gut! Niemand hat gesagt, dass es einfach wäre, Mensch zu sein, aber jetzt können wir einmal damit anfangen. Deshalb traut euch gern, andere Leute anzusprechen, es ist deutlich mehr Interesse dafür da, als ihr denkt. Irgendjemand muss eben den Anfang machen, sich zu trauen, eine neue Person kennenzulernen. Aber es lohnt sich! Und dann könnt ihr vielleicht darauf achten, ob ihr gerade das Gefühl habt, dass ihr euch zu sehr zurückzieht oder zu sehr aufbauscht. Vorsicht in beiden Fällen – so fühlt man sich schnell allein. Traut euch, eine andere Person reden zu lassen und zu hören, was sie so zu erzählen hat. Aber dann scheut auch nicht zurück, ihr zu sagen, was ihr denkt. Und wenn ihr das macht, dann habt ihr schon einen bedeutenden Schritt getan, an dem die Menschen schon seit ihrer Entstehung arbeiten.

So, und das war´s mit der Folge. Vielen Dank fürs Lesen! Wenn ihr Blogbeiträge wie diesen lieber hören statt lesen, meinem Instagram folgen, mich erreichen oder etwas spenden wollt, finde ihr alle Links dazu in meinem Linktree.

Dann vielen Dank und noch einen schönen Tag!


Quellen:

,,The Virtue of Selfishness. A new concept of egoism" - Ayn Rand

,,Das Kapital" - Karl Marx

,,Résumé ,,Dialektik der Aufklärung"" - Max Horkheimer, Theodor Adorno

,,Philosophie der Einsamkeit" - Lars Svendsen

,,Eine phänomenologische Annäherung an die Erfahrung der Einsamkeit" - Barbara Schellhammer

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