#67 Was ist Geschichte?
Zusammenfassung
Was ist Geschichte? Eigentlich ist es merkwürdig, dass ich jetzt schon komplett andere Wissenschaften in meinem Podcast hinterfrage. Aber hier steckt mehr, als man denken könnte. Obwohl ich nicht selbst Geschichtswissenschaftler bin, gibt es viele philosophische Fragen, die man sich darüber stellen kann. Zum Beispiel, warum es Geschichtsschreibung eigentlich gibt. Wirkt jetzt wie eine etwas alberne Frage, aber denkt einmal darüber nach: Wozu schreiben wir das alles auf? Denn es scheint nicht so, als gäbe es im großen Stil Lerneffekte auf der Welt. Hat es dann doch sehr viel pragmatischere Gründe? Oder gehört es einfach zu der Art, wie sich der Mensch ausdrücken will? Das alles schauen wir uns in der entsprechenden Folge einmal an. Wie immer auf „Philosophie für zwischendurch“! Hallo zusammen und herzlich willkommen zurück zu einer weiteren Folge von ,,Philosophie für zwischendurch"!
Einleitung
Heute möchte ich mit euch
über Geschichte sprechen. Es ist immer ein bisschen schwierig, wenn man sich in
der Philosophie eine andere Wissenschaft vornimmt und über sie spricht.
Immerhin habe ich von Geschichtswissenschaft an sich nicht viel Ahnung. Deshalb
verzeiht es mir, sollten Leute unter euch sein, die sich besser damit
auskennen, wenn ich etwas nicht ganz richtig erfasse. Oder weist mich in den
Kommentaren darauf hin. In jedem Fall ist Geschichte etwas, das man sehr gut
philosophisch betrachten kann. Man hat lauter Phänomene wie die Frage, ob wir
unseren Sinn durch unsere Vergangenheit erklären können oder, wie sehr wir aus
ihr lernen können. Auch gibt es Phrasen wie: „Geschichte wird immer durch die
Sieger geschrieben“, die wir uns etwas anschauen wollen. Im Grunde ist die
Frage „Was ist Geschichte?“ sehr leicht zu beantworten: „Einfach alles, was
bisher passiert ist“. Aber das ist etwas generell. Je nach Geschichtsbegriff
auch gar nicht unbedingt wahr, denn was verstehen wir denn unter „Geschichte“? Im
Allgemeinen redet man hier eigentlich immer über die Geschichte der Menschheit.
Natürlich sind auch Dinge vor dem Menschen passiert, aber das überlässt man
dann lieber wieder den Naturwissenschaften. Sobald der Mensch aber auftritt,
wird es kompliziert und geisteswissenschaftlich. Denn dann reden wir nicht mehr
nur darüber, was eben so passiert ist, sondern warum, was man sich dabei
gedacht haben könnte und welchen Sinn es hat.
Aber selbst da machen wir Eingrenzungen. Es geht nicht wirklich darum, einfach aufzulisten, was jeder Mensch so gemacht hat, sondern wir selektieren. Was ist wirklich von Bedeutung? Und auch: Was gehört wozu? Deshalb ist die Geschichtswissenschaft auch besessen von Einteilungen in Epochen und Sinneseinheiten. Das ist natürlich praktisch für die Organisation, aber man könnte sich fragen, wie realistisch das tatsächlich ist. Nach dem Untergang des westlichen römischen Reiches beginnt für viele Geschichtswissenschaftler*innen eine neue Epoche: Eben das Mittelalter. Wobei da verschiedene Einteilungen existieren, deshalb beschränke ich mich auf „viele“. In jedem Fall ist das aber nicht unbedingt merkbar für die Leute damals. Es mag sicher welche geben, für die das ein normaler Montag war, um es einmal so zu sagen. Wobei gut, die Überfälle auf verschiedene Städte sind ihnen wahrscheinlich nicht entgangen. Aber Gewalt an den Grenzen war den Bürger*innen des römischen Reichs auch nicht unbekannt. Also, was hat es mit diesen Epochen eigentlich auf sich? Und nach welchen Kriterien heben wir Menschen hervor, nennen sie gut oder böse? Zumindest haben wir für Letzteres unseren Moralkatalog, aber selbst dann: Hat nicht ein beliebter König auch viel gemordet? Wahrscheinlich deutlich mehr als ein vergessener Bauer.
Dann gibt es die Ebene,
dass Geschichte lehrreich sein soll. Man kann also sagen: „Wir beitreiben
Geschichtswissenschaft, damit wir nicht denselben Fehler machen wie damals“.
Aber ist das tatsächlich die Realität? Ist die Menschheitsgeschichte eine Erzählung
von einer Spezies, die mit der Zeit immer weniger kriegerisch wurde, weil sie
aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat? Es ist fast schon zynisch, das
so zu sagen, besonders momentan. Wenn man Nietzsches ewiger Wiederkehr Glauben
schenken will, gibt es, bis auf wenige unbedeutende äußere Details, gar keine
Veränderungen in der Weltgeschichte, weil der Mensch immer derselbe bleibt.
Wobei sich ja doch Dinge verändern. Für einige Menschen ist die Geschichte oder
Teile davon sogar wie eine Art Bibel, aus der sie erklären, wer sie sind und
warum sie tun, was sie tun. Wenn man in die nationalistische Richtung geht,
findet man oft Rückgriffe auf Traditionen und die Art, wie Dinge einmal waren.
Oder was ist mit Menschen, die in die Geschichte eingehen wollen, also
von anderen erinnert werden? Das ist dann ja schon fast metageschichtlich, weil
man die Geschichtsschreibung schon als Mittel für die eigenen Ziele
voraussetzt. Ihr seht also, das ist ein sehr viel komplexeres Thema, als man so
denken könnte. Deshalb wollen wir uns das alles in dieser Folge einmal
anschauen und wirklich fragen: „Was ist Geschichte eigentlich?“
Eine philosophische
Geschichte der Menschheit
Ich dachte mir: Bevor ich
zu den theoretischen philosophischen Reflexionen komme, zeige ich euch erst
einmal einen Blick auf die Geschichte durch einen Philosophen. Der
Philosoph Johann Gottfried Herder versucht, über die gesamte Geschichte der
Menschheit zu erklären, wer wir sind. Sein Buch ordnet den Menschen zunächst
als Lebewesen zwischen den Tieren und Pflanzen ein und erzählt dann ganz
chronologisch von allen bekannten Völkern der Erde und ihrer Entstehung. Oder
zumindest, soweit er es im 18. Jahrhundert schon wissen konnte. Für ihn ist der
Hauptfaktor für die Entwicklung einer Gesellschaft, wo sie sich auf der Erde
befindet. Die Sprache, die er zur Einteilung der Menschen benutzt, wäre heute
undenkbar, aber darüber reden wir auch noch. Jedenfalls teilt Herder die Welt
in einige wesentliche Bereiche ein: Die Nordpolsphäre, Asien, Europa, Afrika,
die Tropen und die neue Welt. Obwohl überall sehr unterschiedliche
Gesellschaften entstanden sind, darf man nicht vergessen, dass sie noch immer
alle derselben „Gattung“ von Mensch, wie er es nennt, entspringen. Für seine
Zeit also ein recht moderner Ansatz. Herder meint, dass sich die Geschichte der
Menschheit in jedem Menschenleben widerspiegelt. Und das ist ja auch kein
Wunder, denn immerhin sind es die Menschen, die die Menschheitsgeschichte machen.
Alle werden eines Tages geboren, werden älter, stärker und erreichen einen
Höhepunkt, bis sie dann wieder vergehen und sterben. Genau so erging es auch
fast allen bekannten Völkern der Menschheitsgeschichte. Es sind so viele
Zivilisationen schon ausgestorben, dass es schwer ist, sie alle
zurückzuverfolgen. Aber trotzdem ist es kein Prozess, der immer wieder von 0
anfängt, sondern es sind Entwicklungen. Denn überall, wo etwas stirbt, entsteht
auch etwas Neues. Dementsprechend ist die Menschheitsgeschichte eine von Metamorphosen
und Revolutionen.
Interessant ist dabei,
dass die einzelnen Geschichten bei all ihren Veränderungen und Wendungen nie
ganz einzigartig sind. Natürlich gab es überall auf der Welt unterschiedliche
Rahmenbedingungen durch Klima und Technologie, aber die Muster ähneln sich. Auf
jedem Kontinent gab es einmal ein paar Siedlungen, die sich zu einem großen Ort
und schließlich einem Imperium zusammengeschlossen haben, welches dann aber
wieder vergangen ist. „Was in der Mongolei ein Steppenpferd ist, ist in der
arabischen Wüste ein Kamel“, sagt Herder. Diese Ähnlichkeit der Geschichte und
der Menschen ist eigentlich die deutlichste Lektion der Vergangenheit, die aber
am Häufigsten ignoriert wird. Sogar vom Philosophen selbst tatsächlich, auch
wenn er darauf hinweist. Das Problem ist, dass alle Menschen in einem gewissen
Klima und einer gewissen Gesellschaft aufgewachsen sind. Das ist für sie der
Normalpunkt und dazu fühlen sie sich hingezogen. Deshalb sind Spannungen und
ein Unverständnis gegenüber anderen Menschen vorprogrammiert. Viele schaffen
nicht diese Abstraktionsebene, dass auf eine gewisse Weise alle Menschen gleich
sind und fürchten sich vor dem Fremden. Nichts, was uns aus der heutigen Zeit
unbekannt wäre. Der Feind und der Fremde sind in der Menschheitsgeschichte in
der Regel dieselbe Person gewesen. In der deutschen Sprache hat „fremd“ bereits
eine negative Konnotation und so ist es in vielen Ländern. Es gibt vereinzelt
Ausnahmen wie das Altgriechische, wo „Gast“ und „Fremder“ gleich übersetzt
werden konnte, aber die haben dann einfach andere Begriffe verwendet. Das
Ironische ist, dass es bei den Kriegen, die daraus entstehen, oft gar nicht um
territoriale Erweiterung geht. Klar, das ist oft der Wunsch der Mächtigen, aber
das sind nur Wenige. Die meisten Menschen fürchten sich nur einfach vor dem,
was sie nicht kennen und wollen es weghaben. Sie fühlen sich in ihrer
Lebensweise bedroht und haben Angst, dass sie ihnen weggenommen wird. Entweder,
indem Andere sie erobern und es ihnen verbieten, oder, wenn zu viele Fremde zu
ihnen kommen und auf eine andere Weise leben.
Alles das ist natürlich
Unsinn und irrational, weil wir ja auf einer höheren Ebene alle verbunden sind.
Aber das ist, wie gesagt, für den Alltag oft zu abstrakt und eben die eine
Lehre aus der Geschichte, die niemand zieht. Es gibt hier die Dynamik, dass es
Zufall ist, wo man lebt und aufwächst, aber Regel, sich gegen die Nachbarn zu
stellen. Und doch ist es nicht die Herkunft, die uns zu Menschen macht,
sondern die Vernunft. Jede Gesellschaft hatte ihre Zeiten des Friedens,
in denen sie die Kämpfe eingestellt hat und mit der anderen zusammen aufgeblüht
ist. Friedensgespräche und Übersiedlungen über die Grenzen sind hier wichtig.
Leider folgte diese Phase in der Regel erst nach langen Kämpfen, aus denen
spontan gelernt wurde. Es wird nicht von abstrakten Fällen weit in der
Vergangenheit oder woanders gelernt, sondern nur immer am eigenen Leib. Und
dann setzt sich das drei Generationen fort, bis es dann wieder vergessen wird.
Es gibt nur manchmal Zeichen der Vernunft, die die Zeiten überdauern, da sie
offensichtlich brauchbar sind: Wie die Erfindung der Demokratie. Wobei die
jetzt nicht zwingend ein oft zu beobachtendes Phänomen in der
Menschheitsgeschichte ist.
Auch wenn Herder es nicht
genau benennt, benutzt er hier die Geschichte, um zu erklären, wer der Mensch
eigentlich ist. Wir haben hier aber ein relativ negatives Bild der Geschichtswissenschaft,
denn ihre wichtigsten Lehren scheinen gar nicht durchzukommen. Es gibt eine
Rezension dieses Textes von Immanuel Kant, wo er noch ein paar Gedanken zu dem
Gesagten hinzufügt. Als generelle Geschichtskritik sagt er, dass sie immer eine
Zusammenstellung aus dem Geschehenen und Imagination ist. Wie wir es schon
gesagt haben: Es ist natürlich fest, was geschehen ist, aber man kann immer
aussuchen, was man erwähnt, was nicht und aus welcher Perspektive man erzählt.
Im Fall von Herder meint Kant, dass er wohl besonders auf Revolutionen aus ist.
Für ihn ist die hohe Zivilisation, auf die am Ende alles zulaufen muss, etwas,
das sich die Menschheit erkämpft. Das hatten wir ja eben mit den Kriegen. Es
braucht immer eine gewisse Zeit, in der die Menschen glauben, dass ihre Art zu
leben universell ist und sie sie schützen müssen. Dann bekriegen sich
verschiedene Gesellschaften deswegen, bis sie feststellen, dass das keinen Sinn
ergibt. Und dann kann die Zusammenarbeit beginnen. Was für Herder auch
unverkennbar wichtig ist, ist die Geographie der Menschen. Wo kommen wir her?
Das ist auch ein bisschen ein Zeichen aus seiner Zeit, denn heutzutage würde
man diesen Gedanken nicht mehr so stark forcieren. Er sagt außerdem, dass wir auf
dem Weg zu unserem Ziel, dem Humanismus, schon fast da sind. Es wurden viele
Kriege gekämpft, einige sehr wertvolle Zivilisationen sind schon entstanden,
wenn auch vergangen, und jetzt, im 18. Jahrhundert, versteht man, worauf es
eigentlich ankommt. Die Menschheit befindet sich also auf einem Mittelweg.
Wovon Herder auch redet,
ist die Art, wie Nationen entstehen. Das habe ich jetzt oben nicht erwähnt,
damit sich nicht alles doppelt. Aber wir hatten es ja schon von den Sitten und
Gebräuchen einzelner Gesellschaften. Genau daraus konstruiert sich am Ende eine
Nation. Und dafür ist tatsächlich die Geschichte selbst auch wichtig: Es braucht
immer ein Narrativ. Eine Nation muss sich irgendwie vor sich selbst
legitimieren, weshalb es sie braucht, was sie eint und was ihre Feinde sind.
Ein Gründungsnarrativ ist das, was allen Nationen zugrundeliegt.
Man kann bei den Beiden Philosophen
sehr gut sehen, dass sie aus der Zeit der Aufklärung und Sturm und Drang sind.
Natürlich redet Herder von Revolutionen, denn das war der aktuelle Geist der
Zeit. Auch der Humanismus als Ziel passt perfekt auf die Philosophie, die er
und Kant vertreten haben. Man könnte natürlich sagen, dass das Zufall ist, aber
es ist eigentlich nur logisch. Wenn die Philosophie damals angenommen hat, die
Lösung auf den Endpunkt der Menschheit gefunden zu haben, würde man natürlich
die Geschichte so auslegen, dass alles dort hinführt. Heutzutage würde man
wahrscheinlich dagegen deutlich weniger darüber reden, woher welcher Mensch
kommt und was das für einen Unterschied macht. Denn obwohl Herder bei der
Konklusion herauskommt, dass es eigentlich egal ist, wertet er gewisse Menschen
schon deutlich gegenüber anderen ab. Und auch das war der damalige Zeitgeist.
Wie objektiv kann Geschichte also wirklich sein? Aber ich rede hier mal nicht
die ganze Zeit selbst, sondern gehe mit euch zu unserem nächsten Philosophen.
Die Instrumentalisierung
der Geschichte
Wie so oft ist hier
Friedrich Nietzsche unser Skeptiker. Für ihn ist die gesamte
Geschichtsschreibung eigentlich eine Last. Der Hauptgrund, dass es sie
überhaupt gibt, ist das menschliche Gedächtnis. Es ist uns gar nicht möglich,
die Vergangenheit ruhen zu lassen, das merken wir ja schon im Privaten. Und
dann wird die historische Last ja immer größer, weil immer mehr passiert, was
verarbeitet werden muss. Nietzsche wusste wahrscheinlich nicht, wie weise seine
Worte eigentlich waren, denn nach seinem Tod sind zwei Weltkriege und ein
kalter Krieg passiert, die deutliche Spuren in Europa hinterlassen haben. Der
Philosoph bezeichnet Geschichte als eine Erinnerung an die Imperfektion des
Menschen. Fast alles aus der Vergangenheit ist eine Lehre, wie gierig, aggressiv
oder feige der Mensch sein kann. Aber auch unser Geschichtsgedächtnis
ist nicht unbegrenzt. Irgendwo müssen wir selektieren, was wir erinnern. Und
das passiert natürlich nicht einfach irgendwie, sondern gezielt. Wenn sich dann
die Frage stellt, woran man sich denn erinnern soll, ist die Antwort natürlich:
„An das Nützliche“. Und so macht sich der Mensch die Geschichte normalerweise
zu eigen, um seine Ziele zu verfolgen. Es braucht ja für alles, was man tut,
irgendeinen Kontext und Referenzrahmen. Irgendwo muss man hinzeigen und sagen
können, dass es auch damals schon geklappt hätte, oder, dass man Ziele
erreichen will, die schon früher verfolgt wurden. Der Mensch funktioniert gar
nicht nur aus der Gegenwart heraus.
Das führt dazu, dass jede
Gesellschaft ein gewisses Maß an geschichtlicher Erinnerung und Vergessen hat.
Das Historische entsteht erst aus dem Unhistorischen. Das heißt, dass die
Geschichten, die man erzählt, ihren Sinn nur im Kontext dessen bekommen, was
man auslässt. Wenn man einfach nur den ganzen gestrigen Tag chronologisch
abhandelt, ist irgendwie alles gleichermaßen unwichtig. Wenn man aber alles
auslässt und nur sagt, dass man in der Mitte an einem Projekt gearbeitet hat,
dann erhält das ein besonderes Gewicht. Aber realistisch wird deutlich öfter
Geschichte geschrieben als aus ihr gelernt. Deshalb haben wir ja auch so viel
von immer demselben. Nietzsche sagt, dass die meisten historischen Figuren
einfach einmal etwas gemacht haben, wonach ihnen der Sinn stand und dann zum
Beispiel wurden. Da es aber so viele gibt, waren es wohl keine so prägnanten
Beispiele. Also, hier überzieht Nietzsche natürlich auch etwas, wie man es von
ihm kennt. In jedem Fall begeht die Geschichtsschreibung immer den Fehler zu denken,
dass die Menschheit immer vernünftiger werden würde. Klar, es wurde ja schon so
viel aufgeschrieben und ausprobiert. Aber das funktioniert ja nur, wenn es
immer dieselben Menschen wären, die die Geschichte lesen! Wie es auch Herder
gesagt hat: Die Geschichte spiegelt Millionen von Einzelleben wider. Wie viele
Menschen beschäftigen sich wirklich von klein auf mit der Geschichte und legen
jede eigene Handlung daran an? Ebensowenig kann die Geschichte einen
allgemeinen Sinn der menschlichen Existenz finden. Denn der Sinn entsteht nur
in jedem Menschen selbst und findet seinen Abschluss mit dem Tod. Oder das
abrupte Ende, je nachdem. Es ist immer die Rede von Lehren aus der Geschichte,
aber ganz abgesehen davon, dass sie nicht gezogen zu werden scheinen: Was
könnten auch die letzten 10 Jahre lehren, was nicht auch die nächsten 10 zeigen
können? Wenn sich alles wiederholt, ist es doch egal, wann ich aus welcher Zeit
lerne! Geschichte hat außerdem das Problem, dass sie zu monumental ist und viel
länger dauert als ein einzelnes Menschenleben. Die Meisten von uns wollen aber
einfach nur normal leben, ohne tun zu müssen, was irgendein Buch sagt.
Ähnliches ist ja auch mit der Religion passiert und wir wissen natürlich, wie
der Philosoph dazu steht. Nietzsche ist davon überzeugt, dass, wenn man
zurückreisen würde und alles Wissen aus der Zukunft mitnehmen könnte, sich die
Geschichte ganz genauso abspielen würde, wie wir sie schon kennen.
Die analytische Ebene der
Geschichtsschreibung ist also quasi tot, denn es ergibt alles keinen Sinn. Wenn
das menschliche Leben schon so unergründbar und irrational ist, wie sollte dann
die Summe aller bisherigen Leben mehr Sinn ergeben? Machen wir uns also nichts
vor. Und wenn man das eh verwirft, dann kann man mit der Geschichte machen, was
man will. So ganz ohne Vorgabe ist es dann wahrscheinlich am Besten, sie
einfach möglichst pragmatisch zu verwenden. Einfach die Werte auswählen, die zu
denen passen, die man ohnehin vertritt. Also, man soll jetzt auch nicht
willkürlich werden und einfach irgendwelche Ereignisse erfinden. Aber bei der
Selektion spricht nichts dagegen, die Interpretation der Vergangenheit an die
aktuellen Werte anzulehnen. Nietzsche ist hier natürlich wieder etwas zynisch,
klar. Aber bei Herder und Kant haben wir ja schon gesehen, wie ihre
Geschichtserzählung genau zur zeitgenössischen Philosophie passt. In jedem Fall
aber kann die Geschichtsschreibung auch ihre nützlichen Seiten haben. Sie gibt
etwas vor, nach dem man streben kann, stellt vor, was man verehren kann und
gibt einem einen Leidensweg vor, der zu beenden ist. Zum Beispiel war es
bekanntermaßen das Hauptnarrativ im deutschen Reich der NS-Zeit, das man eine
gewisse Art von ethnischer „Reinheit“ erreichen möchte. Also, in
Anführungszeichen natürlich. Es gab ein Idealbild einer blonden, blauäugigen
und großen Person, die man verbreiten wollte. In diesem Rahmen hieß es dann,
das wäre die optimale Ausbildung eines Menschen aus dem, was als ursprüngliches
deutsches Volk bezeichnet wurde und die zu verehren ist. Und der Leidensweg ist
natürlich vor allem der erste Weltkrieg, von dem man meinte, er wäre unrechtmäßig
gegen das deutsche Reich geführt und ebenso unfair gewonnen worden. Und dafür
wurde in geschichtlicher Hinsicht sehr viel auf die Germanen oder sogar
nordische Völker zurückgegriffen, um diese Idee der „perfekten Ethnie“ zu
legitimieren. Alles das ist natürlich furchtbar, aber pragmatisch.
Dadurch, dass Geschichte
so vielfältig und ohne offensichtliche Interpretation vor einem liegt, kann man
aus ihr im Grunde alles stricken. Auch die Frage, was man erwähnt und was
nicht, ist offen. Natürlich ist es das auch, denn Geschichtsschreibung ist eine
menschliche und künstliche Erfindung. Das Natürliche davon ist das reine
Geschehen. Aber diesen Unterschied haben wir ja schon ausgeführt. Man darf auch
nicht vergessen, dass ein Rückgriff auf die Geschichte nicht immer bewusst
passiert. Alte Traditionen, Feindschaften oder Lehren halten sich nicht, weil
Leute immer wieder Geschichtsbücher lesen. Nietzsche sagt, dass der Baum seine
Wurzeln nicht sieht, aber spürt. Man braucht in jedem Fall eine Vergangenheit,
ob man sie jetzt genau kennt oder nicht. Denn sonst gibt es keine Zukunft. Aber
es ist oft mehr gefühlt als gewusst, was ebenfalls ein ziemliches Problem ist.
Auch Nietzsche ist also wieder besonders negativ – wobei man das auch von ihm
so kennt. Geschichte ist nicht ordentlich zu analysieren, weil sie keinen Sinn
ergibt und dient nur für das Instrumentelle, wo sie aber oft missbraucht wird.
Super.
Die richtige
Geschichtswissenschaft
Bei meiner Recherche habe
ich festgestellt, dass sehr viele Philosoph*innen äußerst skeptisch gegenüber
der Geschichtsschreibung sind. Vielleicht ist das einfach so ein Ding. Aber ich
habe mir hier einmal eine Stimme herausgesucht, die zumindest meint zu wissen,
wie es besser geht: Michel Foucault. Für den französischen Philosophen
funktioniert Geschichtswissenschaft so, dass man sich gewisse Abschnitte der
Vergangenheit anschaut und dann mithilfe von Instrumenten vergleicht. Man kann
zum Beispiel untersuchen, wie es um die Wirtschaft bestellt war, wie sich
Bevölkerungszahlen entwickelt haben oder das Klima. Die Fragestellungen zu
diesen Daten haben sich aber im Laufe der Zeit geändert. Früher hat man die
Geschichte wohl viel öfter ganzheitlich gesehen und analysiert. Da hat man sich
gefragt, wo man eine Kontinuität feststellen kann, ob es eine durchgehende
Logik gibt und was es bedeutet, etwas richtig zu rekonstruieren. Heutzutage,
zumindest aus der Sicht des Foucault, der im 20. Jahrhundert gelebt hat, wird
jedoch viel mehr mit Einteilungen gearbeitet. Es geht darum, wie viele Epochen
und Schichtungen es gibt und wer wo zuzuordnen ist. Dann wird nach der
jeweiligen Logik der Epoche gesucht und diese für sich erforscht. Eigentlich
ist Geschichte eine Wissenschaft vieler Disziplinen: Ideengeschichte,
Wissenschaftsgeschichte oder Literaturgeschichte. Aber diese starke Trennung
ist etwas ziemlich Modernes, denn es gab einmal eine Zeit, wo das ineinander
überlief. Klar, eine Gesellschaft hatte eben ihre Literatur, Wissenschaft und
Ideologie, aber diese Dinge hingen natürlich zusammen.
Foucault bedauert sehr,
dass wohl immer mehr die Rede von Epochenbrüchen, Zäsuren und neuen Zeitaltern
ist. Um diese ganzen neuen Epochen zu erklären und rechtfertigen, braucht es
dann für alle eine komplett neue Ideologie. Es gibt gar keinen Blick mehr aufs
Ganze und wie sich das Eine aus dem Anderen entwickelt hat. Oder zumindest
einen Sinn dafür, dass Menschen anders gedacht haben, ohne aber falsch gelegen
zu haben. Stattdessen verbringt die Geschichtswissenschaft ihre Zeit mit
Rationalisierungen. Das sorgt natürlich dafür, dass die Geschichte sehr stark
relativiert wird. Die Logik des einen Zeitalters ist im Anderen gar nicht mehr
gültig. Überlegt nur, wie lange gewisse Epochen in der Geschichtswissenschaft
dauern und wie kurz es in Richtung Gegenwart wird. Für Foucault ist das ein
Symptom dieser Art, zu denken. Vor allem problematisch ist aber, dass bei jedem
Fund einer „neuen“ Logik alles davor darauf angepasst werden muss. Klar, man
nimmt die Epochen für sich allein. Aber das neuste Zeitalter ist immer das, in
dem alles zu einer Konklusion kommt. Und somit ist die neuste Philosophie auch
der Endpunkt aller Zivilisation und das höchste Ziel. Auch hier sieht man
nochmal, wie das Herder und Kant gemacht haben. Logischerweise führt das dazu,
dass die Geschichtswissenschaft immer mit sich selbst bricht, weil sie ständig
neue Deutungen für die Menschheitsgeschichte aus dem Boden stampfen muss und
wenig einheitlich ist. Wobei der Philosoph einräumt, dass das alles keine neuen
Probleme sind. Den Ursprung davon sieht er bei der Zeit von Karl Marx, als man
ein Zeichen setzen wollte, mit der alten Ordnung zu brechen. Und so gut das
war, war es ein Fehler, auf einmal in der ganzen Geschichte nach Zeichen von
Klassenunterschieden zu suchen. So begann die Geschichte der Umdeutungen und
Rechtfertigungen statt Erklärungen.
Das Hauptproblem, das
Foucault in der Geschichtswissenschaft sieht, ist das des historischen
Dokuments. Historische Dokumente sind in diesem Kontext eigentlich sehr
beliebt, weil sie zur Erschließung der entsprechenden Zeit genutzt werden
können. Man kann sie interpretieren und auf ihren Wahrheitsgehalt untersuchen.
Das Problem ist, dass solche Dokumente oft nach der Logik des Wissens der
Gegenwart bearbeitet werden. Das heißt, sie werden einmal mehr nach modernen
Vorstellungen strukturiert und eingeteilt. Auch die Filterung nach Relevanz ist
sehr problematisch, denn wer weiß, wie diese Dinge alle damals gedacht waren?
Außerdem wird oft vergessen, dass die meisten historischen Dokumente zufällig
überliefert sind und nur eine kleine Perspektive darauf bieten, was damals
wirklich war. Oft werden diese Quellen aber verabsolutiert und als objektive
Darstellung der Vergangenheit gesehen. Das führt natürlich dazu, dass heutige
Dokumente für die spätere Nachwelt ebenfalls so geschrieben werden, dass von
einem neuen Zeitalter die Rede ist.
Die Möglichkeit einer
einheitlichen, globalen Geschichte, die mehr Menschen zusammenbringen könnte,
verschwindet also immer mehr. Es gibt zu viele Blicke auf Details,
Strukturierungen und kleine Erklärungen, anstatt das Große Ganze zu sehen.
Diese große Perspektive gibt es nur immer kurz, um alles so umzuschreiben, dass
es auf die Konklusion der Gegenwart hinausläuft. Natürlich sollte man auch hier
viel behutsamer mit dieser Wissenschaft umgehen. Allein, dass die Geschichtserinnerung
national und teils regional so unterschiedlich ist, stört Foucault.
Überblick
Fassen wir einmal
zusammen. Die Frage dieser Folge ist, was Geschichte eigentlich ist. Etwas, von
dem wir zuerst dachten, wir könnten es viel einfacher beantworten, hat sich als
sehr kompliziertes Thema herausgestellt. Was genau umfasst die Geschichtsschreibung,
was ist irrelevant? Und wozu gibt es die Geschichtswissenschaft eigentlich? Um
eine Lehre daraus zu ziehen? Um sich zu rechtfertigen? Oder will man einfach
nur wissen, wer wir eigentlich sind? Diese Antwort hängt auch damit zusammen,
was Geschichtswissenschaft ist.
Um einen Einblick darin
zu bekommen, wie ein philosophischer Blick auf die Geschichte aussieht, haben
wir uns erst einen Text von Herder angeschaut. Er unternimmt einen
umfangreichen Versuch, die gesamte Menschheitsgeschichte bis zu seiner Lebzeit
zu rekapitulieren. Und das tut er sogar deutlich behutsamer, als man es von
jemandem aus dem 18. Jahrhundert erwarten würde! Zunächst legt er fest, dass es
unterschiedliche Teile der Erde gibt, wo man herkommen und aufwachsen kann.
Klimatisch und durch andere Faktoren bedingt, hat daher jede Gesellschaft ihre
eigenen Sitten, Gebräuche und Lebensweisen. Dennoch sind sie ironischerweise in
genau dieser Unterschiedlichkeit alle gleich. Leider wird das sehr oft nicht
erkannt, obwohl es eine sehr deutliche Lektion aus der Geschichte sein könnte.
Was stattdessen passiert, ist, dass Völker sich gegenseitig bekriegen, um ihre
Lebensweise zu erhalten und fremde Menschen zu vertreiben. Teilweise wollen sie
sich sogar weiter über den Planeten ausbreiten. Am Ende sind diese Kriege aber
alle nutzlos, weil es keine reale Gefahr des Verlustes der eigenen Lebensweise
gibt, wenn man das nicht will. Diese Einsicht kommt den Menschen aber erst nach
einer Reihe von Kriegen, wo die Vernunft einsetzt und über Diplomatie eine
Blütezeit einsetzt. Leider ist aber auch das nicht immer von Dauer, weil die
Weltgeschichte abläuft wie das Leben eines einzelnen Menschen: Geburt,
Wachstum, Blüte, Verfall, Tod. Kant fügt noch hinzu, dass vor allem das Bild
der Revolution und des Humanismus als Ziel für Herder grundsätzliche Muster der
Weltgeschichte sind. Aber in jedem Fall muss man geschichtskritisch festhalten,
dass es immer subjektiv ist, wieviel von der Vergangenheit erzählt und wie
interpretiert wird. Wie sehr er damit recht hat, zeigt sich im späteren Verlauf
der Folge.
Friedrich Nietzsche
kritisiert nämlich die Geschichtsschreibung überhaupt, weil er ihren Sinn nicht
erkennt. Eigentlich ist es eher eine Last, die der Mensch zu tragen hat, weil
er nicht vergessen kann. Und so muss er irgendetwas mit dem Vergangenen tun,
sich seine Zukunft daraus konstruieren. Da wir aber auch nicht unermesslich
erinnern, wird ein Teil der Geschichte immer vergessen: Das Unhistorische. Vor
diesem Hintergrund wird das Historische erst sichtbar und relevant. Wirklich
viel zu analysieren gibt es in der Vergangenheit nicht, denn sie zeigt nur
einfach die menschliche Imperfektion auf und ändert sich nie. Es gibt wenige
Beispiele, wo jemand wirklich aus der Geschichte gelernt hat und wenn, dann
kommt das nicht durch ein Geschichtsbuch. Es gibt auch keinen Sinn, der sich
über die Menschheitsgeschichte spannt, da jeder Sinn und Erklärung unseres
Daseins bei genau einem Menschenleben anfängt und beim Tod endet. Man kann also
genausogut die Geschichtsschreibung zum eigenen Vorteil nutzen, sich ein Ziel,
einen Sinn, ein Ideal und eine Hoffnung geben. Das tun viele Nationen sowieso
und ist auch bei Herder und Kant so gewesen.
Michel Foucault sagt
dagegen schon, dass es eine gute Weise gibt, Geschichtswissenschaft zu
betreiben. Sie darf nur nicht zu kleinteilig sein und das Große Ganze
vergessen. Die sehr präzise Einteilung in Epochen ist eher modern und vergisst
schnell, dass die Zeiten ineinander übergehen. Die Menschen haben nach dem
Zerfall des römischen Reiches genauso weitergelebt wie am Tag davor. Viele
zumindest. Auch gibt es lauter neue Rationalisierungen und Logiken, die für die
neuen Epochen erdacht werden und plötzlich den Endpunkt der Geschichte
darstellen. Davon gibt es dann alle paar Jahrzehnte einen neuen, weil die
Geschichte ja weitergeht. Alles das ist relativ fern von der Realität und
unhistorisch. Foucault ist also kein großer Fan von neuen Zeitaltern und meint,
das hätte alles damals mit Marx angefangen. Richtige Geschichtswissenschaft
hätte einen größeren Blick, aber sei sich auch bewusst, dass sie nicht die
letzte Antwort wissen kann.
Konklusion
Was ist also Geschichte?
Ich denke, ein besonders wichtiger Unterschied ist hier zwischen „Geschehenem“
und „Geschichte“. Denn wie inzwischen sicher klar ist, ist nicht alles, was auf
der Welt bisher passiert ist, Teil davon. Aber dann ist es gar nicht so leicht
zu sagen: Offenbar scheinen alle so ein bisschen ihr Eigenes mit der Geschichte
zu treiben. Denkt daran, dass es einen Grund gibt, warum „Geschichte“ im
Deutschen eine fiktive Erzählung und das tatsächlich Geschehene sein kann. Und
da steckt ein bisschen Wahrheit drin. Denn selbst, wenn die
Geschichtswissenschaft auf wahren Fakten basiert oder es zumindest versucht,
wird sie immer aus einer bestimmten Perspektive erzählt sein, ein besonderes
Narrativ bedienen und gewisse Dinge auslassen. Denn das Geschehene ist erstmal
einfach nur geschehen. Es gibt auch sehr sehr viel davon, also kann man sich
einfach aussuchen, was einem gefällt. So sieht man es bei Kant, Herder, aber
auch bei Foucault.
Denn es ist auch nicht
gesetzt, dass es jetzt besser sein soll, die Epochenabbrüche zu ignorieren. Ich
glaube, ich sollte an dieser Stelle die Geschichtswissenschaft etwas in Schutz
nehmen. Zu sagen, dass es einen ganzheitlichen Blick auf alles braucht, ist
sehr philosophisch. Und ja, es kommen teilweise sehr gute Lektionen dabei
heraus, wie die Erkenntnis, dass wir eigentlich alle gleich sind, aber nur in
unterschiedlichen Kontexten aufgewachsen. Aber, dass abgesehen davon immer
alles gleich ablaufen soll, wie Nietzsche es sagt, ist ja auch nicht ganz wahr.
Es gibt heutzutage Organisationen, Gesellschaften und Rechte, die es sehr lange
nicht gab und hart erkämpft wurden. Das ist zwar traurigerweise doch wieder ein
bisschen wie bei Herder, dass man für jede Errungenschaft tausende Kriege
braucht, aber jetzt ist es so. Und da ist es nicht ganz falsch, von einem neuen
Abschnitt zu sprechen, der etwas anders funktioniert. Man kann ja auch nicht
die Produktivität der Antike mit Maßstäben der industriellen Revolution
vergleichen. Ein bisschen einteilen muss man historisch schon. Und ich denke,
dass vor allem die modernere Geschichtswissenschaft immer mehr davon ablässt,
europäische Errungenschaften in die Mitte der Weltgeschichte zu stellen und als
Ziel zu nehmen, worauf alles hinausläuft. Da gibt es schon neue Impulse. Also,
die Geschichtsschreibung ist nicht so verloren, wie es hier teilweise
dargestellt wurde. Aber trotzdem: Vergesst nicht, dass die Geschichte am
Ende auch immernoch nur eine Geschichte ist, die alle anders erzählen.
Und wenn man sich alles davon einmal anschaut und vergleicht, kann man viel
darüber lernen, wer wir sind und was wir tun sollten. Man muss diese Lektionen
nur einfach erkennen und akzeptieren.
So, und das war´s. Vielen
Dank fürs Zuhören! Wie gesagt, hoffe ich, dass ich hier die
Geschichtswissenschaft nicht allzu verzerrt dargestellt habe, noch habe ich da
nicht viel Expertise. Aber es kam mir zumindest sehr interessant vor, zu sehen,
wie subjektiv sie teilweise sein kann – obwohl sie sich auf objektive Fakten
stützt! Wir sollten wahrscheinlich alle vorsichtig sein, selbst wenn es
irgendwo heißt, Wissenschaftler*innen hätten dieses und jenes herausgefunden.
Naja, so viel dazu.
Also Freunde, euch noch
einen schönen Tag!
Quellen
,,Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit" - Johann Gottfried Herder
,,Rezension zu Johann Gottfrieds Ideens zur Philosophie der Geschichte der Menschheit" - Immanuel Kant
,,Unzeitgemäße Betrachtungen" - Friedrich Wilhelm Nietzsche
,,Archäologie des Wissens" - Michel Foucault
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