#65 Was ist Logik?
Zusammenfassung
Was ist Logik? Zugegeben, nicht das beliebteste Feld der Philosophie. Ich bin mir sicher, wenn ihr in eurem Leben mit einem Philosophiestudium zu tun hattet oder habt, hat das sicher für Probleme gesorgt. Wobei ich mir habe sagen lassen, dass einige Leute das besonders gut können. In jedem Fall ist die Logik etwas anders als der Rest der Philosophie. Es eine sehr mathematische Wissenschaft, sehr analytisch. Aber was genau bedeutet das? Und warum ist sie dann trotzdem so relevant für die restliche Philosophie? Denn es scheint wichtig zu sein, ob ein Argument logisch ist oder nicht. Und wenn sie so wichtig ist, warum genau ist sie dann wieder so anders? Heute werden wir uns einmal anschauen, was die Logik ausmacht und warum sie tatsächlich die wichtigste philosophische Disziplin ist. Oder zumindest nicht übersehen werden sollte.
Hallo
zusammen und herzlich willkommen zurück zu einer weiteren Folge von
„Philosophie für zwischendurch“!
Einleitung
Heute
möchte mir mit euch eine Fachrichtung der Philosophie einmal genauer anschauen,
die oft übersehen wird: Die Logik. Ja, ich weiß schon, viele
Philosophiestudierende seufzen jetzt schon auf. Bei uns im Studium ist das
immer ein etwas leidiges Thema, weil alle gleich am Anfang die Vorlesung zur
Logik bestehen müssen. Und ich sage euch, die ist zumindest für die Meisten von
uns überhaupt nicht einfach. Warum das so ist, hat ein bisschen etwas damit zu
tun, was Logik eigentlich ist. Also beantworte ich hier im Grunde gleich zwei
Fragen! Logik wird oft als eher mathematisch beschrieben und ist ein
Teilbereich der Philosophie. Aber eigentlich ist das zu wenig gesagt, denn diese
Ausrichtung ist fast wie ein Fundament, auf dem alles in der Philosophie
aufbaut. Wenn ein Argument nicht logisch ist, können wir damit nichts anfangen.
In unserer Wissenschaft gibt es ja gar nichts außer der Logik von Argumenten,
was wir benutzen können, um Theorien aufzustellen. Vielleicht fangen wir also
heute damit an: Wann ist etwas „logisch“? Dazu gleich eine wichtige
Unterscheidung: „logisch“ heißt nicht „wahr“. Das ist recht wesentlich, denn es
wird oft verwechselt. Nur, weil ein Argument aufgeht, muss es nicht stimmen.
Die Wahrheit von einer Sache wird in den anderen Fachbereichen festgelegt, hier
sind wir erst einmal nur ganz analytisch unterwegs. Als Annäherungsversuch an
diesen Begriff kann man sagen, dass etwas logisch ist, wenn es in sich stimmig
ist. Das lassen wir erstmal so stehen. Aber wie genau macht man dann ein logisches
Argument? Und warum ist es überhaupt wichtig, dass etwas logisch ist, wenn das
uns gar nichts über den Wahrheitsgehalt aussagt? Nun, schauen wir uns das
einmal an.
Die
Struktur eines logischen Arguments
Ich
denke, bevor wir uns über das Konzept der Logik unterhalten, werden wir kurz
technisch und fragen uns: Wie funktioniert Logik eigentlich? Um das zu
verstehen, braucht es erst einmal ein paar grundlegende Dinge. Die Logik ist
eine Art Struktur, die genutzt wird, um Aussagen zu beschreiben. Wir befinden
uns hier also auf einer sehr abstrakten Ebene. Damit ist der Fachbereich
tatsächlich auch leicht verwandt mit der Sprachphilosophie, zu der ich auch
einmal eine Folge gemacht habe. Auch da schauen wir uns nicht den Inhalt von
dem, was gesagt wird an, sondern die Sprache selbst. Aber zurück zum
Folgenthema. Das Ziel ist, herauszufinden, ob eine Aussage an sich Sinn ergibt.
Und das macht man nicht nach Intuition, sondern mithilfe von besonderen
Techniken.
Zum
Beispiel kann man die meisten Aussagen danach einteilen, dass sie wahr oder
falsch sein müssen. Wie gesagt, es geht uns nicht darum, herauszufinden, was
von beidem zutrifft. Aber auch bei dieser basalen Einteilung gibt es schon
Probleme. Es gibt eine Reihe von Ausrufen oder performativen Aussagen wie „Ich
gehe jetzt“, die nicht an sich wahr oder falsch sein können. Aber die nehmen
wir einmal weg, denn das ist ein bisschen ein anderes Thema. Es geht ja um
Argumente. Aber selbst da ist nicht alles wahr oder falsch. Nehmen wir zum
Beispiel den Satz: „Dieser Satz ist falsch“. Klar, das ist eine ganz deutliche
Paradoxie. Doch warum? Wenn wir zustimmen und sagen: „Ja, dieser Satz ist
falsch“, dann würden wir einem falschen Satz zustimmen, was gar keinen Sinn
ergibt. Wenn wir dagegen sagen: „Nein, dieser Satz ist nicht falsch“,
dann ist der Satz wohl wahr. Aber er sagt ja aus, dass er falsch ist: Also sind
wir wieder am Anfang. Aber gut, das sind Paradoxien. Keine Sorge, ich werde
euch nicht weiter verwirren. Die eigentlich in der Philosophie relevanten
Sätze, die weder wahr noch falsch sind, sind normative. Das ist natürlich etwas
kontrovers, da viele philosophische Positionen – auch meine – sind, dass
gewisse Dinge universell moralisch gut oder schlecht sind. Wie zum Beispiel,
dass man niemanden töten soll. Aber rein logisch gesehen kann man nicht
festlegen, ob diese Aussage wahr oder falsch ist. Das ist natürlich schwierig
für eine Wissenschaft, die mit Argumenten arbeitet und auf der Logik fundiert.
Normen sind eben noch immer vom Subjekt abhängig, das sie äußert und sind keine
mathematischen Wahrheiten. Sie schließen sich nicht einmal gegenseitig logisch
aus: Es kann gleichzeitig wahr sein, dass man niemanden töten darf, aber auch,
dass man niemanden sterben lassen darf. Jetzt könnt ihr euch natürlich
moralische Dilemmas vorstellen, wo man die Wahl zwischen beiden hat. Hier
kommen dann Theorien wie der Utilitarismus ins Spiel, die wir ja schon
kennengelernt haben. Wie stellt man dann überhaupt Wahrheit fest? Aristoteles
schlägt vor, dass alles wahr ist, was mit der Realität übereinstimmt. Aber das
ist natürlich schon etwas weit gefasst.
Glücklicherweise
können wir das aber alles für diese Folge in Klammern setzen. Denn weil die
Logik ohnehin nicht feststellen kann, ob philosophische Aussagen wahr sind, hat
sie auch nicht diesen Anspruch. Auch wenn die logische Gültigkeit eines Satzes
seine Wahrheit oder Falschheit implizieren kann. Wenn wir uns aber in der Logik
eine Aussage anschauen, bringt es uns nichts, die Worte vor uns zu haben, denn
die verwirren uns nur. Es gibt so viele Wörter, die nicht logisch oder nicht
mathematisch sind. „Nichtsdestoweniger“ oder „jedoch“ und lauter Präpositionen.
Das bringt einen alles nur durcheinander. Tatsächlich ist das eine häufige
Kritik, die Platon an den Sophisten geübt hat: Dass sie so viel reden würden,
dass man mit der Kontrolle auf Logik und Wahrheit gar nicht mehr
hinterherkommen würde. Wenn wir uns die Struktur eines Satzes anschauen,
ersetzen wir daher die Sätze und Wörter mit eigenen Zeichen.
Und
ab diesem Punkt wird es für viele Philosoph*innen zu mathematisch. Und klar:
Genau das ist Mathematik. Diese Wissenschaft tut oft auch nichts anderes, als
Sachverhalte auf der Erde in Zahlen auszudrücken und damit zu arbeiten. Deshalb
heißt es auch immer, Philosophie und Mathematik seien sich so ähnlich: Genau hier
ist die Schnittmenge. Nehmen wir uns eine ganz einfache Aussage: „Die Sonne
scheint.“ Wir brauchen hier aber eigentlich gar nicht so viele Wörter, denn es
ist egal, ob es einen weiblichen Artikel gibt, auf den ein Nomen folgt und ein
konjugiertes Verb. Es geht uns nur um den Sachverhalt, dass wir eine einzelne
Aussage vor uns haben. Einen Sinn, der ausgedrückt wird. Den geben wir also
wieder, indem wir ein einzelnes Zeichen verwenden. Logiker*innen benutzen
besonders gerne das „p“ dafür. Also merken wir uns: „Die Sonne scheint“
bedeutet „p“. Ok? Gut. Jetzt können wir „p“ sagen und alle wissen, was gemeint
ist. Oder auch „nicht-p“, also: „Die Sonne scheint nicht“. Und selbst auf
dieser einfachen Ebene haben wir schon die Möglichkeit, eine Aussage zu bilden,
die sich widerspricht: „p und nicht-p“. Es kann nicht beides der Fall sein,
denn die Sonne scheint entweder oder nicht. Das „und“ ist hier eine besonders
wichtige Konjunktion. Man kann hier noch ein paar andere Fälle durchspielen,
aber machen wir das einmal mit einem neuen Satz. Wir setzen mal als „q“ die
Aussage: „Wir machen einen Ausflug“. Also wäre „p und q“: „Die Sonne scheint und
wir machen einen Ausflug“. Ganz simpel. Dann kann man auch Sachen machen wie:
„P und nicht-q“. Das heißt im Grunde: „Die Sonne scheint und wir machen keinen
Ausflug“. Zumindest ganz analytisch, aber in der Alltagssprache würde man
wahrscheinlich sagen: „Obwohl die Sonne scheint, machen wir keinen Ausflug“
oder so. In der Logik werden wie gesagt viele dieser Wörter weggekürzt, weil
sie nichts zur logischen Bedeutung beitragen. Man kann auch die Disjunktion
„oder“ verwenden: „p oder q“. Das ist aber dann immer ein sogenanntes
„inklusives“ Oder. Das bedeutet, dass die Aussage auch dann stimmt, wenn die
Sonne scheint und der Ausflug stattfindet. Außerdem gibt es natürlich die
kausale Abhängigkeit: „Wenn p, dann q“, also: „Wenn die Sonne scheint, machen
wir einen Ausflug“. Hier ist die Besonderheit, dass das nur in eine Richtung
funktioniert. Also, es gibt auf jeden Fall einen Ausflug, wenn die Sonne
scheint, aber er kann auch stattfinden, wenn sie nicht scheint. Wenn man das
dagegen festmachen will, muss man sagen: „q genau dann, wenn p“.
So,
so viel erstmal zum basalen Formalisieren von Aussagen. Ich hoffe, ihr seid
noch bei mir. Wir machen hier ja keine Vorlesung, also müsst ihr euch das nicht
alles merken, aber wichtig sind vor allem diese fünf Arten, Aussagen zu
beschreiben: Negation (nicht), Konjunktion (und), Disjunktion (oder),
Implikation (wenn, dann) und Äquivalenz (genau dann, wenn). Damit könnt ihr
schon einmal alle grundsätzlichen Verbindungen zwischen Aussagen ausdrücken.
Wir können zwar immernoch nicht die definitive Wahrheit feststellen, aber
Abhängigkeiten. Ich habe das ja eben schon angerissen: „p und nicht-p“
funktioniert nicht, weil die Wahrheit des einen die des anderen ausschließt.
Bei „Wenn p, dann q“, ist „q“ in jedem Fall wahr, wenn es „p“ ist. Aber es kann
auch richtig sein, wenn „p“ falsch ist, nur ist es dann nicht mehr so sicher.
Ihr könnt also bei Aussagen von Leuten analysieren, was für eine Verbindung sie
gerade schaffen. „Morgen wird es regnen oder schneien.“ Hier haben wir also
eine Disjunktion, bei der die Aussage bei Schnee, Regen und Schneeregen richtig
wäre. Sind aber p und q falsch, wie wenn die Sonne scheint, stimmt es nicht
mehr. Das wirkt jetzt sehr intuitiv, aber natürlich sind das auch sehr einfache
Beispiele. Wo man das tatsächlich später anwendet, sind Argumentationen.
Aber
bevor wir uns das anschauen, wollen wir ein bisschen mehr über Grundlegendes
zum Ziehen von Schlüssen sagen. Normalerweise bestehen Argumente nicht einfach
aus zwei Sätzen, die verbunden werden. Was wir stattdessen haben, sind
Prämissen und Konklusionen. Eine Prämisse ist ein Satz, den man als wahr
annimmt, um sein Argument zu machen. Davon gibt es normalerweise zwei, weil man
ja irgendwie damit arbeiten will. Diese beiden Sätze nimmt man an als zwei
„Thesen“ und schafft dann in der Konklusion eine „Synthese“, also vereint beide
Dinge, die man davor hatte, um etwas Neues zu schaffen. Und ja, der Begriff
„Synthese“ kommt tatsächlich von da. Es gibt im Wesentlichen zwei Arten, auf
Konklusionen zu kommen: induktiv und deduktiv. Ich habe in meiner 7. Folge
einmal darüber gesprochen, aber noch einmal ganz kurz. Das deduktive Schließen
ist das, was uns in der Philosophie vor allem interessiert. Hier ergibt sich
die Konklusion logisch aus den Prämissen, ohne, dass man mehr Informationen aus
der Außenwelt brauchen würde. Das machen vor allem die Geisteswissenschaften.
Die Naturwissenschaften setzen auf induktive Schlüsse, bei denen die Konklusion
aus den Prämissen wahrscheinlich, aber nicht evident ist und durch Experimente
bewiesen werden muss. Beides hat seinen Wert, aber heute geht es nur um die
Deduktion. Das ist auch deutlich interessanter für die Logik. Denn hier können
wir feststellen, wann ein Argument gut aufgebaut ist. Ein sehr bekanntes
Beispiel für einen deduktiven Schluss, das ihr bestimmt auch schon einmal
gehört habt, ist das folgende:
1. Alle Menschen sind sterblich.
2.
Sokrates
ist ein Mensch.
Konklusion: Sokrates ist sterblich.
Ihr
merkt hier, dass bereits aus der Form des Argumentes folgt, dass es stimmt.
Angenommen natürlich, die Prämissen sind wahr, stimmt auch die Konklusion. Hier
müssen wir annehmen, denn wie gesagt, ist die Logik nicht hinter der Wahrheit,
sondern der Form her. Etwas deutlicher wird das, wenn wir das Argument
formalisieren. Das sähe dann so aus:
1. Alle S sind P
2.
x
ist ein S
Konklusion: x ist ein P
Was
bei solchen Argumenten besonders interessant ist, sind die Begriffe „alle“ und
„es gibt“, wofür es jeweils auch Zeichen gibt. Wenn man bei einer allgemeinen
Prämisse auch nur einen Fall findet, wo es anders ist, ist es schon widerlegt.
Wenn es also auch nur einen Menschen gibt, der nicht sterblich ist, dann folgt
aus der Menschlichkeit des Sokrates nicht mehr zwingend, dass er sterblich ist.
Bei dem Existenzquantor „es gibt“ ist es deutlich schwieriger. Zum Beispiel
könnte man sagen:
1. Die meisten Schwäne sind weiß.
2.
Es
gibt schwarze Schwäne
3.
x
ist ein Schwan
Konklusion: x ist entweder schwarz
oder weiß.
Hier
ist es deutlich schwieriger, die Prämisse zu widerlegen, denn man müsste alle
Schwäne auf der ganzen Welt absuchen, ob man einen schwarzen findet. Und dann
kann man natürlich wieder mit diesen Aussagenverbindungen argumentieren, die
ich eben erwähnt habe.
1.
Wenn die Sonne scheint, machen wir einen Ausflug.
2.
Die Sonne scheint.
Konklusion:
Wir machen einen Ausflug.
Aber
soviel erstmal dazu. Ich will euch ja auch keine komplette Logik-Vorlesung
halten. Falls euch das weiter interessiert, lest euch gern einmal ein, meine
Quelle für diesen Abschnitt ist ja auch wieder unten nachzuschauen. Aber einen
Punkt wollte ich im Besonderen herüberbringen: Man kann mit solchen Mitteln
jedes Argument formalisieren und nachschauen, ob es strukturell Sinn ergibt.
Die
Logik als analytisches Mittel
Bisher
könnte man den Eindruck gewinnen, die Logik sei im Grunde wie ein Taschentrick
für Argumente. Zwar ziemlich nützlich, aber einfach nur irgendein optionales
Mittel. Aber sie ist tatsächlich viel mehr als das. Kant sagt, dass wir im
Grunde zwei Möglichkeiten haben, Erkenntnisse zu machen: Indem wir
Vorstellungen empfangen und diesen Namen geben und sie einordnen. Diese
Schritte bedeuten, einen Gegenstand zu erkennen und ihn zu einem Begriff zu
machen. So kann man einen Stein sehen und ihn dann geistig in eine gewisse
Kategorie neben andere Objekte ordnen, die man beobachtet hat. Begriffe sind
für Kant entweder rein oder empirisch. Dieser Stein, über den wir eben
gesprochen haben, wird zu einem empirischen Begriff: Denn er kommt ja noch
immer von außen. Auch, wenn die Überlegung natürlich innen stattfindet. Ein
reiner Begriff dagegen entsteht tatsächlich nur aus dem Geist heraus und kann
deshalb ganz für sich allein gedacht werden, ohne irgendetwas experimentieren
zu müssen. „A priori“ nennt das Kant auch. Diese reinen Begriffe sind natürlich
solche, die uns besonders interessieren. Auch wenn es kontrovers ist, ob es die
wirklich gibt: Kann man sich irgendetwas denken, ohne, dass von der Außenwelt
etwas darauf einen Einfluss genommen hat? Kant behauptet, dass Kausalität ein
solcher reiner Begriff wäre. Unser „wenn, dann“. Denn in der Natur sehen wir
nur immer Ereignisse, aber nichts deutet darauf hin, dass etwas wegen
etwas anderem passiert ist. Trotzdem nehmen wir das einfach an. Aber das führt
an dieser Stelle etwas weit.
Kant
sagt also, dass es die Sinne und Gedanken gibt, also zwei Bereiche der
Erkenntnis. Nichts davon funktioniert aber ohneeinander. Er sagt, dass Gedanken
ohne Inhalte leer und Anschauungen oder Begriffe blind sind. Man kann nicht
philosophisch reflektieren, ohne jemals etwas aus der Außenwelt gesehen zu
haben, aber man kann auch nichts mit seinen Beobachtungen anfangen, wenn man nie
über sie nachdenkt. Die wahre Erkenntnis steckt also in der Vermischung. Wie
gesagt, ist die Logik aber eine Wissenschaft der reinen Begriffe: Ohne Empirie.
Das allein sagt uns schon Kants Haltung dazu: Man kann keine wirklichen
Erkenntnisse aus der Logik ziehen. Aber machen wir einmal weiter. Die Logik
unterteilt sich für Kant in die des allgemeinen und besonderen Verstandesgebrauchs.
Auch hier ist die des allgemeinen Verstandesgebrauchs interessanter für uns, denn
hier geht es um die ursprünglichen Denkformen und Regeln des
Verstandesgebrauchs. Die besondere Version handelt dagegen davon, wie man über
gewisse Dinge denken soll. Hier kommt also wieder das Normative vom Anfang ins
Spiel. Schon interessant, oder? Für Kant gehören Aussagen wie: „Es ist falsch,
zu töten“ auch zur Logik. Das Besondere an der allgemeinen Form oder
„Elementarlogik“, wie er sie nennt, ist, dass sie ganz ohne Subjektivität,
Sinneswahrnehmung und Meinung ankommt. Selbst die höchste Naturwissenschaft
braucht zumindest eine Person, die die Sachen anschaut und sich überlegt und
ist deshalb nie zu 100% objektiv. Die Logik aber schon, weil sie alles, was man
auch nur unterschiedlich sehen könnte, direkt ausblendet. Wie eben die
Mathematik. Und hier kommen wir wieder zu den deduktiven Schlüssen: Es gilt nur
das, was streng aus dem folgt, was bereits gesagt wurde. Deshalb ist die Logik
auch keine Disziplin, die etwas Neues schaffen würde. Sie schaut nur einfach
das an, was es gibt, und bewertet es. Wenn man einen perfekt analytischen Kopf
hat, ist einem die Konklusion aus den Prämissen immer schon im Vornherein klar.
Diese
reine Form der Logik hat aber das Problem, dass sie keine Wahrheit feststellen
kann, sondern nur folgerichtiges Denken festmacht. Das Einzige, was man aus
rein logischen Mitteln heraus „wahr“ nennen kann, sind Tautologien. Eine
Tautologie ist ein Argument, dessen Wahrheit sich bereits aus der Form heraus
ergibt. Also: wenn p, dann p. Wenn die Sonne scheint, scheint die Sonne. Oder: p
ist p. Die Sonne ist die Sonne. Aber natürlich gibt uns das nicht besonders
viel. Die einzige Leistung der Logik im Sinne der Wahrheit ist es sonst,
notwendige Bedingungen aufzustellen. Also, es kann sein, dass ein Argument sich
nicht selbst widerspricht, aber trotzdem falsch ist. Da kann die Logik wenig
machen. Aber wenn es sich selbst widerspricht, ist es auf jeden Fall
nicht wahr. Kant nennt diese reine Logik auch „Analytik“. Sie ist ein erster
Schritt in der philosophischen Untersuchung, die Wahrheitsfähigkeit eines
Arguments festzustellen. Ist es logisch ungültig, kann es nämlich gar nicht
wahr sein, falsch eigentlich auch nicht. Und das wirkt sehr basal, ist aber oft
notwendig. Wenn man an die Sophisten denkt, über die ich am Anfang geredet
habe, muss man tatsächlich aufpassen, dass man nicht so sehr zugeredet wird,
dass man den Boden unter den Füßen verliert. Die meisten alltäglichen Argumente
passieren nicht einmal diese Grenze. Wobei Kant sich weniger mit dem Alltag
auseinandersetzt, er ist ja auch ein hoher Philosoph. Der Sinn der Dialektik,
wie Kant diese analytische Beschauung von Argumenten nennt, ist, der Rede ihren
Schein zu nehmen. Man muss mit diesem Instrument aber aufpassen, denn zu mehr
ist es tatsächlich nicht gut. Man darf nicht anfangen, damit Urteile über
Gegenstände zu treffen, die sich nicht deduktiv ergeben. So landet man bei
Argumentationen wie den Gottesbeweisen, die Kant besonders aufregen. Dazu gibt
es meine Folge „#20: Gibt es Gott?“, falls das jemanden näher interessiert. Die
Logik ist laut Kant nämlich an sich eine leere Wissenschaft ohne Begriffe.
Dementsprechend scheint sie tatsächlich nicht sehr viel mehr, als ein Mittel zu
sein. Aber eines, das in jedem Fall angewendet werden muss und nicht einfach
nur eine praktische Alternative ist.
Die
Logik als Fundament der Philosophie
Auch
das ist zugegeben etwas nüchtern, auch wenn die Logik hier sehr genau
charakterisiert wird. Eine etwas euphorischere Sprache wählt Hegel und
bezeichnet die Fachrichtung als die reinste Philosophie. Die ganze Wissenschaft
ist auf abstrakte Ideen im Kopf abgerichtet und das macht die Logik zu dem
höchsten Extrem davon. Wie wir eben gehört haben, gibt es hier ja keine
Subjektivität oder Meinung. Der Gegenstand ist nur das Denken selbst und
verlangt somit Disziplin und Anstrengung. Man ist so sehr daran gewöhnt, in
alle Überlegungen und Reflexionen doch wieder eigene Beobachtungen und
Perspektiven einzubauen. Selbst – oder gerade da – bei der Philosophie. In der
Ethik geht es zum Beispiel auch um die eigenen Gedanken, aber hier ist es gar
nicht möglich, völlig neutral zu argumentieren. Die Logik hat oft mit
verschiedenen Vorwürfen zu kämpfen: Entweder ist sie zu leicht, weil sie nur
einfach von Formen redet, oder zu ungewohnt, weil man gar nichts von einem
selbst einfließen
lassen kann. Und weil man, wie wir schon erwähnt haben, von der Logik eines
Argumentes nicht auf dessen Wahrheit schließen kann, fragen sich auch einige,
wie nötig diese Fachrichtung tatsächlich ist.
Aber Hegel sagt, dass sich die Logik wahrscheinlich sogar noch mehr als alle anderen philosophischen Ausrichtungen lohnt, weil sie den Nutzen selbst überhaupt erst denkbar macht. Wenn man es sich genau überlegt, ist alles erst durch den logischen Gedanken möglich. Es geht hier nicht nur einfach darum, das Denken zu trainieren, sondern die Logik sortiert die Gedanken, sobald sie im Gehirn ankommen. Die Begriffe, die man sich bildet, spielen hier wieder eine Rolle. Kant hatte das ja gesagt. Aber die Logik trainiert nicht einfach, wie man diese Einordnung vornimmt, sondern sie ist diese Einordung. Man verknüpft nur dann zwei Gedanken miteinander, wenn die Verbindung einem logisch vorkommt. Auch das ist nämlich Teil der Wahrheit: Unser Wissen ist keine Auflistung von Beobachtungen von außen, sondern eher die Verknüpfung von Informationen. Man muss es sich also eher als ein Netz als als Liste vorstellen. Und hier sind die Verbindungen alle Logik. Sie ist im Grunde für die Philosophie, was die Philosophie für die anderen Wissenschaften ist: eine unscheinbare, aber essentielle, ordnende Kraft. Die Logik ist also keine Hilfe zum Denken, sondern das Denken selbst.
Angewandte
Logik
Bevor
ich jetzt für euch zusammenfasse, habe ich gedacht, dass ich euch noch schnell
zeige, was man mit der Logik eigentlich genau anfangen kann. Jetzt habe ich
euch Techniken gezeigt, wie man Argumente formalisieren kann und darüber
geredet, welche Rolle die Fachrichtung in der Philosophie einnimmt. Aber so
ganz greifbar ist es glaube ich noch nicht geworden. Vor allem habe ich zu
meinen Beispielen immer gesagt, dass sie etwas simpel wären und man die Logik
dann eigentlich auf philosophische Argumente anwenden würde. Aber ich kann mich
ja nicht einfach von euch verabschieden, ohne das zumindest einmal getan zu
haben!
Ein
Paradebeispiel für ein logisch-deduktives Argument, das deshalb auch besonders
stark ist, ist das Cogito-Argument von René Descartes. Das kennt ihr bestimmt,
auch wenn ihr vielleicht keine Folge von mir dazu gehört habt. Descartes
versucht, nur auf Basis der reinen Logik seine eigene Existenz zu beweisen. Und
er sagt, dass es eigentlich evident ist, dass man existiert, da nur ein
existierendes Wesen denken kann. Und, dass man denkt, ist ebenfalls klar, weil
man es ja gerade tut. Und selbst, wenn man daran zweifeln würde, zu denken,
wäre allein dieser Zweifel ein Denk-Akt. Es ist also unmöglich, nicht zu
denken, wenn man über dieses Argument reflektiert und es ist unmöglich, nicht
zu existieren, wenn man denkt. Formalisiert also:
1.
Wenn ich denke, existiere ich.
2.:
Ich denke.
Konklusion:
Ich existiere.
Und um
die zwei Prämissen zu beweisen, gab es noch weitere Schlüsse:
1.
Denken
und Existieren ist miteinander verbunden
Konklusion: Wer denkt, existiert auch.
Und so
weiter. Es ist logisch aufgebaut und man kann sogar in einem gewissen Sinne
bereits die Wahrheit herauslesen. Auch wenn das nicht der Anspruch der Logik ist.
Ein
negatives Beispiel ist schwer zu finden, weil richtige Philosoph*innen da
natürlich sehr aufpassen. Aber Platon hat in seinem Dialog „Der Staat“ eine
Stelle geschrieben, in der Thrasymachos als argumentativer Gegner des Sokrates
auftritt. Und da soll er natürlich möglichst schlecht dastehen. Es geht hier
darum, wie man Gerechtigkeit definiert und Sokrates versucht sich schon seit
einer Weile daran. Thrasymachos unterbricht ihn aber und argumentiert,
Gerechtigkeit wäre der Vorteil des Stärkeren. Denn die Mächtigen würden sie
benutzen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Dabei sagt er aber nicht, dass
sie nur einfach behaupten, dass sie gerecht wären, sondern, dass sie es auf
jeden Fall sind. Das Argument geht also ungefähr so:
1.
Die
Mächtigen handeln immer nach ihrem eigenen Vorteil
2.
Nur
die Mächtigen sind gerecht
Konklusion: Es ist gerecht, nach dem eigenen
Vorteil zu handeln
Das
ist nicht sonderlich überzeugend, wie man gleich sehen kann. Es ist kein
logischer Widerspruch hier und man kann die Konklusion akzeptieren. Aber sie
folgt nicht zwingend aus den Prämissen. Nur weil die Mächtigen gerecht und
selbstsüchtig sind, muss das nicht heißen, dass ihre Selbstsucht das ist, was
sie gerecht macht. Und dann hebelt Sokrates auch gleich die erste Prämisse aus:
Die Mächtigen handeln gar nicht immer nach ihrem eigenen Vorteil, sondern
versuchen es nur. Sie sind aber nicht allwissend und können sich irren. Und so
könnte man überall einhaken. Das ist einfach ein schwaches Argument. Und das
sieht man eben besonders gut, wenn man es so formalisiert.
Ok,
ein Letztes noch zum Abschluss. Ihr kennt doch sicher den Utilitarismus,
richtig? Davon habe ich auch schon öfter erzählt. Es ist eine ethische Theorie,
die sagt, dass man immer dann richtig handelt, wenn man mit seiner Handlung die
in der Situation wählt, die unter allen Optionen am meisten Glück steigert und
am meisten Leid minimiert. Jetzt stellt euch das Trolley-Beispiel vor, das ihr
sicher auch kennt. Ein Trolley fährt ungebremst auf 5 Arbeiter auf den Schienen
zu, kann aber umgeleitet werden, um nur eine Person zu treffen. Man selbst
steht am Hebel, was macht man? Der Utilitarismus würde folgendes sagen:
1.
Man
soll in jeder Situation so handeln, dass am meisten Glück entsteht und am
meisten Leid minimiert wird.
2.
In der
vorliegenden Situation wäre der Tod von 5 Menschen ein größeres Leid als der
von einer Person.
Konklusion: Man soll den Hebel umstellen.
Jetzt
kann man entweder die erste oder die zweite Prämisse angreifen. Wenn man die
zweite nimmt, kritisiert man einfach nur die Anwendbarkeit des Utilitarismus:
Woher weiß man, dass es ein größeres Leid durch den Tod der 5 geben würde? Und
wenn man die erste angreift, ist man höchstwahrscheinlich Deontolog*in und
argumentiert für moralische Regeln. Deren Argumentation wäre nämlich folgende:
1.
Man
soll in jeder Situation so handeln, dass man gewisse moralische Regeln nicht
bricht.
2.
Den
Tod einer Person gezielt herbeizuführen, indem man den Hebel umstellt, würde
einen solchen Bruch darstellen.
3.
Durch
das Rollen Lassen des Trolleys würde man jedoch keine Regeln brechen.
Konklusion: Man darf den Hebel nicht umstellen.
Und
auch hier kann man natürlich bei einer der Prämissen einhaken. Logisch sind
diese Argumente beide, aber die Logik schaut nicht nur das an, sondern kann
auch aufzeigen, auf welcher Säule ein Argument fußt. Üblicherweise ist es immer
eine Prämisse, die man sich herauspicken und genauer anschauen kann. Macht das
ruhig mal zuhause und schaut euch gewisse Aussagen, vielleicht von
Politiker*innen an. Worauf sind gewisse Argumente aufgebaut? Ist der Aufbau
logisch? Und falls ja, wo kann man dann vielleicht trotzdem einhaken? Das ist
eine gute Übung für den Geist.
Endstand
So,
jetzt fasse ich einmal für euch zusammen. Die Frage dieser Folge war: „Was ist
Logik“? Dazu haben wir uns verschiedene Aspekte angeschaut. Zuerst einmal
wollte ich euch zeigen, wie diese philosophische Fachrichtung in der Anwendung
aussieht. Das muss ich wahrscheinlich nicht alles wiederholen, aber der Punkt
war, dass man Aussagen und Argumente in Symbole verwandelt, um einen besseren
Überblick zu bekommen. In „Heute scheint die Sonne“ ist nur eine einzige
Aussage drin, die man also zu „p“ machen kann. Wenn man dann für „q“ noch eine
Aussage nimmt, kann man die miteinander verbinden, mit einem „und“, einem
„oder“ oder mit kausaler Abhängigkeit. Negieren kann man natürlich auch. Und
dann hat man eine handvoll Operatoren, mit denen man Argumente formen kann.
Diese haben immer mehrere Prämissen und eine Konklusion, die daraus folgt.
Kant
lehrt uns, dass die Logik eine reine Wissenschaft ist, die mit keinen
subjektiven Eindrücken oder Vorannahmen arbeitet. Das macht sie aber auch recht
eingeschränkt, weil sie auf keine Beobachtungen von außen zurückgreifen kann.
Deshalb kann und darf man sie nur dafür verwenden, rein logische Zusammenhänge
zu ergründen, für die es die Außenwelt nicht braucht. Zum Beispiel, wenn man
zwei Prämissen hat, von denen man bereits weiß, dass sie stimmen und dann nur
schauen muss, was dabei herauskommt. Wenn man sich nicht daran hält, bekommt
man nur Fehlschlüsse.
Hegel
fügt noch hinzu, dass die Logik nicht einfach nur eine Hilfe zum Denken ist,
sondern ein essentielles Mittel, um überhaupt denken zu können. Denn alles
Denken, das Infos von außen irgendwie kategorisieren will, muss bereits logisch
sein. Die Philosophie an sich, um so weit zu gehen. Denn die Logik ist am Ende
auch nichts weiter als eine Art Mini-Philosophie für die Philosophie. Denn sie
ist das schon für alle anderen Wissenschaften.
Und
dann habe ich euch noch einige bekannte philosophische Argumente gezeigt, an
denen man gut sieht, was der Nutzen der Logik ist. Man kann damit besonders gut
den Sinn und das Genie hinter Descartes´ Cogito-Argument herauslesen. Denn es
ist in sich stimmig und ist sogar fast eine Tautologie, mit der trotzdem etwas
Neues konstruiert wurde. Ein wirklich beeindruckender Fall. Weniger
beeindruckend war Thrasymachos´ Argumentation aus „Der Staat“, wo er aus
Prämissen schlussfolgert, die kaum etwas miteinander zu tun zu haben scheinen.
Und an der Argumentationsstruktur des Utilitarismus und der Deontologie hat man
schließlich gesehen, wie Standard-Argumente der Philosophie aufgebaut sind und
wie man bei ihnen allen einhaken kann.
Konklusion
Nun
und jetzt ziehe ich eine Konklusion. Wir haben jetzt gesehen, dass Logik
nicht nur irgendein Anhängsel der Philosophie ist, das eher mit Mathe zu tun
hat, sondern die Essenz des Ganzen. Und sie zeigt auch, warum Philosophen wie
Pythagoras auch Mathematiker waren. Universitär sind die Disziplinen bis auf
Logik meilenweit voneinander entfernt. Aber beides sind reine Wissenschaften,
die nur mit der Kraft des Geistes arbeiten, die Mathematik sogar noch reiner
als weite Teile der Philosophie. Deswegen darf man die Logik nicht einfach
ignorieren oder so tun, als bräuchte man sie nicht. Es ist möglich, Argumente
rein intellektuell zu verstehen und zu beurteilen, aber man sollte sich nie
vollständig darauf verlassen. Ein analytischer Blick ist vor allem bei
Scheinargumenten, aber auch bei besonders komplizierten Positionen immer
nützlich. Denn unser Denken ist bereits logisch, ob wir uns der Logik gezielt
bedienen oder nicht.
Vielen
Dank einmal wieder für´s reinschalten! Sagt mir gern, was ihr von dem Thema
haltet. Ich dachte am Anfang der Folge, dass man daraus nicht wirklich viel
rausholen könnte, aber jetzt ging es doch sehr gut. Da habe ich sogar selbst
etwas dazugelernt – ihr müsst nämlich wissen, dass ich damals als Ersti selbst nicht
gut in Logik war. Diese Folge ist also ein bisschen ein Ausgleich – auch wenn
ich nicht damit rechne, dass meine Professorin von damals das jemals hören
wird. Geschweige denn wissen, wer ich bin. Geschweige denn wissen, was für eine
Note ich hatte. Nun ja.
Also,
das war dann alles. Danke euch für´s Zuhören und noch einen schönen Tag!
Quellen:
,,Einführung in die formale Logik für Philosophen" - Thomas Zoglauer
,,Kritik der reinen Vernunft" - Immanuel Kant
,,Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften" - Georg Friedrich Hegel
,,Meditationen über die erste Philosophie" - René Descartes
,,Der Staat" - Platon
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