#16 Inception: Wozu brauchen wir Realität?
Zusammenfassung
Woher wisst ihr eigentlich, dass alles um euch herum real ist? Diese Frage habe ich einmal in meiner 6. Folge gestellt. Und so ganz sicher kann man sich da wohl einfach nicht sein. Aber ist das so wichtig? Was ist, wenn ihr gerade sehr schön träumt? Wenn ihr nicht sofort aufwacht, habt ihr doch noch immer die schöne Erfahrung, oder? Ist es wirklich wichtig, was real ist und was nicht? Ihr kennt vielleicht den Film „Inception“. Wenn ihr so eine Traummaschine hättet und einfach für immer ohne Konsequenzen in eurem Traum bleiben könntet, würdet ihr das dann tun? Warum nicht, oder? Aber irgendetwas würde dann doch blockieren. Irgendetwas in euch würde dagegen sein, willentlich in einer Fantasiewelt zu leben. Warum? Warum ist dem Menschen die Realität so wichtig? Der Philosoph Robert Nozick sagt, dass es für uns extrem wichtig ist, reale Erlebnisse mit realen Konsequenzen zu haben. Warum? Hallo zusammen und herzlich willkommen zurück zu meiner neusten Folge!
Voranmerkung
Ok, stopp, hört auf das
Werfen, ich weiß schon. Ja, ich habe gesagt, dass ich nicht mehr jede Woche
eine Folge bringen werde. Nun, ganz offenbar scheine ich gelogen zu haben. Aber
erstens ist das mein Podcast und zweitens habe ich gerade Zeit. Sagen wir
einfach: Erwartet nicht jede Woche eine zu sehen, aber wundert euch nicht, wenn
es passiert. Ja, diese Nachricht ist genau für die 2-3 von euch relevant, denen
so etwas aufgefallen ist, ich inklusive. Also an den Rest. Ja, weiter geht’s.
Und ich habe hier noch
etwas Werbung für meine eigenen Podcasts! Nein, die kommt nicht jede Folge,
ABER: Mein neuer Podcast „Geschichten für zwischendurch“, über den ich in der
letzten Folge gesprochen habe, ist online und eine Geschichte habe ich schon
veröffentlicht. Kurz gesagt lade ich da Geschichten hoch, die ich früher
geschrieben habe oder die ich in der Zukunft noch fertig schreiben werde und
lese sie vor. Das Ganze ist dann mit Musik unterlegt, quasi wie hier. So, aber
so viel dazu. (Eine kleine Bemerkung dazu: Den Kanal gibt es leider nicht mehr, ich habe ihn vor einigen Monaten geschlossen.)
Einleitung
Zuerst muss ich kurz
sagen: Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, die Star Wars Folge zu produzieren.
Es ist schön, wenn man philosophische Bücher liest und die einzelnen Theorien
versteht – also zumindest für so jemanden wie mich. Aber wenn man Philosophie
tatsächlich auch im Alltag anwenden kann, dann wird es richtig interessant. Und
mir ist das passiert, als ich den Film „Inception“ gesehen habe. Seht ihr, ich
hatte ihn noch nicht einmal auf der Liste. Tatsächlich habe ich den ganz
nebenbei mit meinem Bruder und seiner Freundin vor einigen Wochen geschaut. Und
als wir zur Hälfte drin waren, hat mein philosophisches Gehirn angefangen zu
arbeiten. Warum ist das so? Ergibt das Sinn? Und wieso tut es das? Und ich habe
beschlossen, eine weitere Filmfolge zu bringen. Die Frage dieser Folge ist:
„Wozu brauchen wir Realität?“ Denn es gibt einfach eine Sache, die mich in dem
Film zum Nachdenken gebracht hat. Keine Sorge, ich werde gleich näher zum
Inhaltlichen kommen. Spoilerwarnung übrigens, logischerweise werden wir hier
über Inception reden. Also kurz vorab: Der Hauptpunkt, auf den ich hier meine
Aufmerksamkeit richten will, ist die Geschichte von Cobb, der Hauptperson und
Mal, seiner Frau. Denn diese erschaffen sich in einem Traum ihre eigene Welt,
die alles zu bieten hat, was sie sich nur wünschen können. Doch anstatt dass
sie damit glücklich sind und bis zum Ende ihres Lebens verbleiben, will er
irgendwann gehen und sie bleiben. Und hier will ich einhaken. Warum? Wenn der
Traum wirklich alles bietet, was sie sich nur vorstellen und träumen lassen
können, warum dann gehen? Macht es wirklich so einen elementaren Unterschied,
ob man nun in der Realität ist oder nicht? Und wenn ja, wieso?
Handlung
Ich denke, dass ich
euch zuerst einmal von Inception selbst erzählen werde. Es ist echt ein super
Film. Ich kann ihn nur empfehlen! Zumindest an die paar Leute von euch, die ihn
noch nicht gesehen haben, denen die Spoilerwarnung egal ist und die ihn dann
trotzdem noch sehenswert finden. Ja, das ergibt nicht so viel Sinn. Egal, es
ist ein guter Film, ok? Denn er hat echt tolle Schauspieler. Wir sehen Leute
wie Leonardo di Caprio, Keanu Reeves, Ken Watanabe, Elliot Page, Tom Hardy und
Cilian Murphy. Also wow, was für ein Cast. Aber worum geht es? Tatsächlich ist
die Haupthandlung des Films für diese Folge gar nicht so relevant, daher werde
ich sie komplett auslassen. Irgendwie habe ich noch das Gefühl, den Film nicht
komplett verraten zu wollen, falls jemand ihn tatsächlich nicht kennt.
Also, wir befinden uns
in einer Welt, in der die Technologie weit genug ist, um lebensechte Träume
erschaffen zu können. Wer das Geld und etwas Können und Fantasie hat, schließt
sich an eine Maschine an und kann seinen Traum nach den eigenen Vorstellungen
erschaffen. Und wir reden hier nicht nur über luzide Träume, sondern über eine
ganz einfache Erschaffung einer alternativen Realität. Ursprünglich wurde diese
Technologie von der Army entwickelt. Damit kann man zum Beispiel gutes
Kampftraining bieten, indem man eine Schlacht lebensecht simuliert. Doch wie
das immer so ist, wurde diese Erfindung schnell massentauglich gemacht und wie beim
Auto heutzutage haben fast alle Menschen Zugriff darauf. Was man aber mit
dieser Technologie auch machen kann, ist, mit einer anderen Person zusammen zu
träumen oder sogar in die Träume von ihr einzudringen. Verständlicherweise ist
auch das für das Militär recht nützlich. Im Traum hat man gewisse Hindernisse
einfach nicht. Man kann an der Person herumgestalten, wie man will und wenn man
stirbt, wacht man nur einfach auf. Das kann ein Geheimdienst sehr
effektiv zur Beschaffung von Informationen oder Einschüchterung benutzen. Was man sogar auch noch machen kann, ist, die Person, in deren Traum man
eindringt, zu manipulieren. Ihr müsst euch denken, man befindet sich im
Unterbewusstsein von jemandem. Wenn man eine Person von irgendwo
steuern kann, dann wohl von dort. Man kann nämlich wirklich wirklich tief
gehen. Denn wenn man im Traum alles machen kann, dann
wohl auch träumen. Was passiert also, wenn man einfach in den Traum einer
Person eindringt, den diese in ihrem Traum träumt? Und so weiter. Irgendwann trifft man dann wirklich auf einen harten Kern von Dingen, die diese
Person glaubt und die sie ausmachen. Und wenn man dann hier etwas dreht
und da zieht, kann man das manipulieren. Und diese Technik ist diese
sogenannte „Inception". Wahrscheinlich muss ich euch gar nicht
erst sagen, dass das in dieser Welt hochgradig illegal ist. Aber
wen interessiert das schon? Ein weiteres wichtiges Detail ist auch,
dass in der realen Welt die Zeit sehr viel schneller vergeht als in der
Traumwelt. Ergibt auch Sinn, oder? Wenn ihr träumt,
stellt ihr euch manchmal ganze Tage vor, weil Gedanken so unglaublich schnell
sind. Aber dann wacht ihr auf und es waren nur 30 Minuten. Und so funktioniert es auch bei Inception. Je tiefer die
Traumebene ist, desto schneller vergeht die Zeit.
So, aber was passiert
in der Geschichte? Nun, zwei Personen sind hier relevant: Ein Mann namens Cobb,
der die Hauptperson ist, und seine Frau Mal. Diese Beiden sind wahre Genies,
was die neue Technik angeht. Und so experimentieren sie mit den Träumen herum.
Ihr müsst euch vorstellen, Schritte wie zusammen zu träumen, in tiefere
Traumebenen zu gehen und lauter Dinge selbst zu erschaffen, sind nicht einfach
so zu erreichen. Die meisten Leute geben sich einfach nur mit einem simplen,
schönen Traum für sich selbst zufrieden, und das reicht dann. Aber nicht so
Cobb und Mal. Sie wollen wissen, wo die Grenzen sind und wie weit man das
System nutzen kann. Und so begeben sie sich zusammen in einen Traum einer so
tiefen Ebene, dass sie viele Jahre darin leben und alles erschaffen können,
ohne dass viel tatsächliche Zeit vergeht. Und genau das tun sie. Man sieht es
gegen Ende des Films: Dort erschaffen sie sich eine riesige Stadt, bestehend
aus Erinnerungen und Fantasien und leben darin. In einem eigenen Haus und auch
sonst wie in einer ganz normalen Stadt. Und das tun sie mehrere Jahre lang und
denken erst einmal gar nicht mehr an das Aufwachen. Diese Traumebene ist so
tief, dass man im Handumdrehen bis ins hohe Alter dableiben könnte, ohne dass
in der realen Welt wirklich ein Problem entsteht. Doch Cobb möchte das
irgendwann nicht mehr. Irgendwie hat er das Gefühl, dass er wieder
zurückwill. Die Traumwelt ist sicher schön, doch er möchte wieder in der
Realität leben. Und der einzige Weg, das zu tun, ist im Traum zu
sterben. Ein kleiner Einschub dazu: Es ist nicht ganz der einzige
Weg. Es gibt den sogenannten „Kick“, der einen auch aufwecken kann. Das heißt, dass jemand gerade in der realen Welt bei der träumenden Person ist
und eine plötzliche starke physische Einwirkung herbeiführt. Zum Beispiel
wird im Film ein Kick dadurch ausgelöst, dass ein Van mit den Träumenden
rückwärts von einer Brücke ins Wasser fällt. Aber Mal und Cobb haben
allein experimentiert, es gab also keine solche Person.
Der Konflikt beginnt
da, als sie einmal eröffnet, dass sie nicht gehen will. Oder vielmehr, nicht
gehen kann. Für sie ist der Traum zur Realität geworden, sie haben ja so viel
Zeit dort verbracht. Das ist übrigens eine Sache, die in der Welt von Inception
oft passiert. Die Leute haben üblicherweise keine eigenen Traummaschinen, doch
sie gehen dafür in spezielle Läden, um für ein paar Stunden zu schlafen oder
Tage bis Wochen in den Träumen zu verbringen. Und da verlieren sie sich dann,
denn natürlich ist die Traumwelt, die aus ihren Wünschen besteht, sehr viel
schöner als die Realität. Und so werden sie süchtig danach, erkennen die
Traumwelt als die echte Realität an und müssen immer wieder dorthin zurück. Sie
haben wenigstens noch den Vorteil, dass sie von außen geweckt werden. Aber
stellt euch vor, ihr seid da 10 Jahre oder so. Könnt ihr euch überhaupt noch
erinnern, was ihr vor 10 Jahren gemacht habt? Und haben sich nicht eure
Ansichten von damals verschoben? Ich bin kein Psychologe, deshalb ist das nicht
das Hauptthema. Aber es ist ganz typisch für den Menschen, dass er eine fiktive
Realität, wenn er dauerhaft mit ihr konfrontiert wird und sie vielleicht sogar
besser ist als die tatsächliche Realität, annimmt. Und so geschieht es eben mit
Mal. Cobb will sich im Traum mit ihr auf den Gleisen eines Zuges umbringen, um
aufzuwachen, aber sie wehrt sich natürlich dagegen. Sie glaubt, man würde dann
einfach sterben. Auf keinen Fall möchte sie das. Und da merkt Cobb, was er und
seine Frau sich angetan haben.
Doch er sieht noch eine
Möglichkeit, den Schaden zu reparieren. Und zwar mit der Durchführung einer
Inception bei Mal. Er dringt also noch weiter in ihre Träume ein und pflanzt
ihr den Gedanken ein, dass sie sich in einem Traum befindet und aufwachen muss.
Und es funktioniert! Cobb und Mal begeben sich auf die Zugleuse, lassen sich
überrollen und wachen in der realen Welt auf! Stellt euch die Freude von Cobb
vor! Jetzt hat er ein wunderbares Leben in einem erschaffenen Traum gehabt,
sich fast mit seiner Frau darin verloren, aber noch rechtzeitig den Abstieg
geschafft! Aber hat er das? Anfangs erscheint alles wie normal, er lebt
mit seiner Frau ganz normal sein Leben weiter. Ein kleiner Einschub dazu
übrigens, der im Film nicht so sehr erwähnt wird: Wie komisch muss es
sein, ein gewisses Alter quasi zweimal zu erreichen? Da wird man im Traum
40, wacht dann auf und ist wieder 30 Aber gut, darum soll es nicht
gehen. Denn manchmal verkraftet man den Wechsel vom Traum zur Realität
nicht so gut. Jetzt haben sie den umgekehrten Konflikt: Er hält
berechtigterweise daran fest, dass sie sich jetzt in der Realität befinden,
doch sie ist sich nicht sicher. Der Gedanke, an der Realität zu zweifeln,
den er ihr eingepflanzt hat, ist weiterhin mächtig. Und so ist sie davon
überzeugt, dass sie nur einfach in einer anderen Traumebene sind. Sie
glaubt nicht, dass sie sich in der Realität befinden, sondern dass sie
aufwachen müssen, indem sie sich umbringen. Und diesmal ist es Cobb, der
protestiert. Aber kann man ihr diesen Irrglauben wirklich verübeln?
Stellt euch vor, durch wie viele Ebenen sie am Anfang gegangen sein mussten, um
in ihre Traumwelt zu gelangen! Und dann ist das auch noch aus Traumsicht
viele Jahre her. Und genau so stark, wie er sie überzeugen wollte, dass
sie sich in einem Traum befinden, tut sie es nun auch. Doch er zieht
natürlich nicht mit. Schließlich bringt sie sich allein vor seinen Augen
um. Eine tragische Geschichte. Denn sie wacht nicht mehr auf.
Warum nicht in einer Traumwelt leben?
So, wo setzen wir jetzt
an? Die Hauptfrage betrifft erst Cobb und dann Mal, denn sie gehen beide
dasselbe Stadium durch. Warum ist es wichtig, was ein Traum ist und was nicht?
Wenn ihre Traumwelt so toll war, warum wollte Cobb gehen? Und sie hatten in
ihrer Realität sogar eigene Kinder und eine schöne Familie. Warum sollte Mal
das alles opfern, nur weil sie es nicht real hält? Im Grunde müsste ich meine
Frage umformulieren. Nicht „Wozu brauchen wir Realität?“, sondern „Wozu
brauchen wir den Glauben an Realität?“ Denn ob unsere Welt real ist, können wir
auch nicht beweisen. Doch wir glauben daran.
Der Film stellt auch
nicht infrage, dass es eine objektive und reale Welt gibt, die nicht
manipuliert wird, also tun wir das auch nicht. Es gibt die Realität, an die
Cobb glaubt und den Traum, an den Mal glaubt. Was ich interessant finde ist,
dass, so komisch ihre Reaktionen auf den Traum und die Realität sein mögen, sie
sehr verständlich sind. Ich meine, in Ansätzen gibt es das ja schon, was in dem
Film betrieben wird. Es gibt Anleitungen und Training für luzides Träumen. Man
kann damit zwar nicht automatisch seine eigene Welt schaffen und muss eben
irgendwann aufwachen, aber es kommt nah dran. Aber auch hier will man
üblicherweise auch wieder aufwachen. Man will sich den Traum schön machen, um
Albträume zu vermeiden oder sich so einen schönen Schlaf zu verschaffen. Und
zwar, um dann eben in der Realität glücklicher zu sein. Verliert man sich
dagegen in seinen Träumen, wird das als Problem gesehen. Wenn ich euch fragen
würde, ob ihr lieber in einem Traum oder der Realität leben würdet, würdet ihr
doch eher die Realität nehmen, oder? Es sei denn, ihr würdet denken, der Traum
wäre die Realität, dann wäre es ja egal. Doch wenn ihr wisst, dass ihr in einem
Traum seid, funktioniert das einfach nicht. Also, woher kommt dieser Wunsch?
Und hat er seine Berechtigung?
Sicherheit des Körpers
Nun könnte man in
erster Linie dafür argumentieren, dass in der Traumwelt nur das Gehirn ist, der
Körper aber vernachlässigt wird. So könnte man sich um ihn sorgen. Klar, wenn
man in seinem Traum ist, tagelang schläft und nicht isst, stirbt man eben. Und
dann hat es sich ausgeträumt. Der Mensch strebt eben vor allem nach
Glückseligkeit, und zwar körperlich wie geistig. Wenn ich 10 Jahre in einem
Traum bin, was passiert dann mit meinem Ich in der Realität? Nun spielt diese
Problematik in Inception keine sonderlich große Rolle. Erinnert euch: Die Zeit
in einer tiefen Traumebene vergeht sehr viel schneller als in der Wirklichkeit.
Es ist also gut vorstellbar, dass Mal und Cobb nur ein paar Stunden geschlafen
haben, während sie um Jahrzehnte gealtert sind. Und so einen Zeitraum hält man
im normalen Schlaf ja auch durch. Die körperliche Komponente fällt also weg. In
den Läden, in denen die Leute für Träume bezahlen, wird auch für ausreichende
Verpflegung gesorgt. Außerdem scheint es das auch so nicht zu sein. Würdet ihr
in einer Traumwelt leben wollen, wenn euch in der realen Welt nichts passieren
kann? Nein, oder? Aber warum?
Glück im Traum
Na gut, schauen wir
weiter. Für euer körperliches Wohl ist gesorgt, aber ich kann euch nicht von
der Traumwelt überzeugen. Was ist mit Zweifeln, dass euer Leben im Traum
wirklich glücklich ist? Denn und darüber wird sicher auch noch eine Folge
kommen, zu einem guten Leben gehört auch dazu, dass es einmal nicht nach den
eigenen Vorstellungen läuft. Ich habe es ja schon in der Folge zum freien
Willen gesagt: Absolute Freiheit heißt Unfreiheit. Denn um frei sein zu können,
braucht man einen Willen. Es gibt immer etwas, was man haben will, und wenn man
es haben kann, ist man frei. Zumindest in dieser Hinsicht. Was ist also die
logische Konsequenz? Wenn wir in einer Realität allmächtig wären, hätten wir
immer sofort alles, was wir wollen. Aber ein Wille ist so gestrickt, dass man
nach etwas strebt, das man nicht hat. Und wenn wir nun alles sofort haben, gibt
es nichts mehr, was wir wollen können. Und das macht uns willenlos, unfrei und
unglücklich. Ganz grob gesagt. Vielleicht ist es also gar nicht so gut, wenn
alles nach unserer Nase läuft. Doch sagen wir, dass auch dieser Faktor nicht
existiert. Sagen wir, ihr seid schlau genug, das zu wissen und baut in euren
Traum Regeln ein, die auch in der echten Welt existieren: Ihr müsst atmen, um
Sauerstoff zu bekommen, ihr müsst essen, um satt zu sein, schlafen, um fit zu
sein und arbeiten, um Geld zu verdienen. Und im Film scheint auch das gegeben
zu sein: Mal und Cobb wohnen tatsächlich in einem Haus und wünschen sich nicht
einfach, nie müde zu sein. Also, euer Körper ist sicher und euer Geist
glücklich: Kann ich euch jetzt für 10 Jahre Traum begeistern? Nein? Ach kommt
schon, das kann doch nicht sein!
Der Mensch als reales Wesen
Es hängt also wirklich
mit der Realität zusammen. Der Mensch strebt nicht nur nach Glückseligkeit,
sondern nach Glückseligkeit in der von ihm anerkannten Realität. Unsere Taten
und Erlebnisse müssen real sein, sonst werden wir unglücklich. Wie kann das
sein? Nun, bevor ich mir Hilfe bei einem ordentlichen Philosophen hole, hier
noch ein eigener Gedanke. Wir denken alle in einer gewissen Logik, richtig? Wir
sind hier auf der Welt und wissen genau, was wir wollen und wie wir es
bekommen. Und diese Logik muss zur Basis haben, dass alles, was wir tun, real
ist und reale Konsequenzen hat. Es ist hier eher ein unterbewusstes als ein
intellektuelles Problem. Selbst wenn wir wissen sollten, dass der Traum uns glücklicher
machen sollte als die echte Welt, ist Glückseligkeit ein Gefühl, keine Theorie.
Und wir fühlen uns unwohl, wenn wir das Gefühl haben, gar keinen echten
Einfluss auf unser Glück zu haben. Dass das, was wir tun, keine echten
Auswirkungen hat. Doch gut, das nur als kleiner Anstoß, kommen wir zu den
heutigen Philosophen.
Ich denke, dass man die
unterbewusste Sorge um den tatsächlichen Körper am besten verstehen kann, wenn
man sich das menschliche Sein selbst anschaut. Wenn ihr meine Folge über den
Sinn des Lebens und die Angst vor dem Tod schon gehört habt, wisst ihr, worauf
ich hinauswill. Sowohl Sartre als auch Heidegger sagen, dass der Mensch sein
Leben immer durch Sinnentwürfe strukturiert. Heißt: Man hat gewisse Wünsche für
die Zukunft und Vorstellungen davon, wie man sie erreicht. Und die
Vorstellungen davon, was man erreichen kann, sind natürlich auch eingeschränkt.
Und danach richten sich dann die Wünsche. Zumindest die meisten. Zum Beispiel
habt ihr den Wunsch, euch am Wochenende mit euren Freunden zu treffen und fragt
sie daher, ob sie Zeit haben. Ihr habt den Wunsch deshalb, weil ihr mit euren
Freunden immer eine gute Zeit habt. Natürlich hättet ihr am liebsten die ganze
Zeit eine gute Zeit. Aber ihr könnt sie nicht unter der Woche treffen, weil ihr
da zu tun habt. Deshalb lohnt es sich nicht, sich mit aller Macht zu wünschen,
das tun zu können. Ihr wünscht euch vielleicht auch, es würde keinen Hunger
mehr auf der Welt geben. Doch auch hier schränkt euch die Realität ein: Ihr
selbst könnt nicht so leicht den Welthunger angehen wie eure Freunde
treffen. Und was ist die größte Einschränkung, die es im Leben gibt?
Richtig, den Tod. Er kommt irgendwann immer und keiner kann ihm
ausweichen. Und deswegen erkennt vor allem Heidegger ganz richtig, dass
sich das Leben an den Tod anlehnt. Wenn ihr nicht sterben könntet oder
nicht einmal unterbewusst davor Angst hättet, hättet ihr ein ziemlich trauriges
Leben. Denn alles, was wir tun, bezieht sich auf den Tod. Und ohne
diesen Bezugspunkt wird das Leben gesichtslos und langweilig. Sinnlos
quasi.
Nun und hier schlagen
wir den Bogen wieder zurück zu Inception. Wer dort im Traum ist, hat zumindest
zu Anfang die volle Gewissheit darüber. Nichts von dem, was er tut, ist real
oder hat reale Konsequenzen. Außer vielleicht auf die eigene Psyche. Und wenn
man weiß, dass man nicht sterben kann, beginnt das Unterbewusstsein, sich
unwohl zu fühlen. Was man in dieser Welt tut, kommt einem falsch vor und
unnötig. Denn es trägt nicht zum tatsächlichen eigenen Wohl bei. Schlimmer
noch: Man weiß, dass es dem Körper zwar gut geht, aber er irgendwo da draussen
schlafend liegt und man sich nicht um ihn kümmert. Und diese Zerrissenheit
zwischen Körper und Geist hält niemand lange durch. Und dann gibt es zwei
Möglichkeiten: Entweder macht man es wie ein Mal in der Traumwelt und überzeugt
sich davon, dass man bereits in der Realität lebt. Das erklärt dann auch, dass
sie sich so sehr dagegen gesträubt hat, sich mit ihrem Mann umzubringen. Sie
dachte, sie würde tatsächlich sterben. Man braucht, wie wir geklärt haben,
keine tatsächliche Realität, sondern nur den Glauben daran. Oder man macht es
wie ihr Mann und entkommt dieser unechten Realität, um wieder mit dem eigenen
Körper vereint zu sein.
Doch das ist jetzt
alles auf der unterbewussten, körperlichen Ebene. Und auch wenn das stimmen
sollte, gibt es auch noch eine intellektuelle Abwehrhaltung gegen das Unechte.
Wenn ihr mir sagt, dass ihr nicht in einem Traum leben wollt, ist das nicht nur
euer Unterbewusstsein, sondern eine wohlüberlegte Entscheidung. Es gibt Gründe,
weshalb diese Traummaschinen für Menschen auf Dauer auch einfach eine schlechte
Idee wären. Selbst wenn es wie gesagt dem Körper fantastisch geht und selbst
wenn sie ihre psychische Gesundheit wahren sollten.
Der Wert von echten Erlebnissen
Es gibt da einen sehr
interessanten Ansatz von dem Philosophen Robert Nozick. Vielleicht kennt ihr
ihn noch von meiner Folge über die Moral. Tatsächlich hat er genau in demselben
Buch wie damals auch ein Kapitel gehabt, das hier sehr gut hereinpasst. Er
kommt zwar aus einer etwas anderen Richtung als wir gerade, aber seine Gedanken
können wir trotzdem gut verwenden. Er fragt sich nämlich, ob wir überhaupt
Dinge wirklich erleben müssen. Denn eigentlich geht es uns immer um sogenannte
„innere Erlebnisse“. Also schöne Gefühle und Erinnerungen. Wenn wir uns mit
unseren Freunden treffen, tun wir das dann nur einfach, um uns mit ihnen zu
treffen? Oder nicht eigentlich, um uns gut zu fühlen? Wir haben ja bereits in
uns eine Erweiterung der Realität, wenn man darüber nachdenkt. Die objektive
Welt verfügt nicht über unsere subjektive Sichtweise oder unsere Gefühle. Warum
sollte uns die Realität also dann überhaupt wichtig sein? Nozick stellt uns
hier die „Erlebnismaschine“ vor. Und die funktioniert folgendermaßen: Man legt
sich in einen Tank mit Flüssigkeit und schließt sich an eine Maschine an. Sehr
ähnlich zu Matrix übrigens. Kleine Sidenote dazu: Ich hatte auch schon
überlegt, in dieser Folge Matrix statt Inception zu thematisieren. Aber ich
finde, dass unsere Frage in Inception eher eine Rolle spielt als in Matrix.
Denn dort gibt es nur die Unwissenden und Dummen, die träumen und die
Erleuchteten, die wach sind. Also zurück zu Nozick. In diesem Tank bekommt man
dann genau die Erlebnisse eingespeist, die man haben will. Wie in Inception
befindet man sich also in einem Traum. Aber es gibt einen wichtigen
Unterschied: Hier weiß man während des Traums nicht, dass man träumt. Man
bekommt also direkt noch die Möglichkeit, Trauer und psychischen Problemen
auszuweichen. Nun, zumindest in der Traumwelt. Und gut, so anders ist dieser
Punkt auch nicht wie in Inception, weil da auch so viele langejährige Träumer
diesen als Realität annehmen. Auch das Problem, dass man ohne Trauer vielleicht
nicht glücklich wird, ist beseitigt. Nozick sagt, dass die Träume zentral
gesteuert werden. Man bekommt von einem erfahrenen Team an Wissenschaftlern
genau den Traum, der perfekt auf einen zugeschnitten ist. Auch mit
Schicksalsschlägen, die nicht zu groß und nicht zu klein sind.
Und dann eben die entscheidende
Frage: Würdet ihr euch anschließen lassen? Und die Antwort? Nein. Und das ist
doch so interessant, oder? In dieser Welt wärt ihr nicht nur glücklich, euer
Körper wäre auch in Sicherheit und abwechslungsreich wäre euer neues Leben
auch. Noch nicht einmal Heidegger und Sartre würden hier greifen, denn die
Traumwelt wäre für euch real. Ihr hättet dort Angst vor dem Tod und könntet
ordentliche Lebensentwürfe machen. Der Glaube an die Realität wäre auch
gegeben. Gut, da kann man einwerfen, dass er aber jetzt, im Moment der
Entscheidung, noch nicht da ist.
Es gibt aber offenbar
noch weitere gute Gründe, die dagegen stehen, sich an die Maschine anschließen
zu lassen. Das Problem liegt dabei, dass unser Leben eben nicht nur aus
Erlebnissen besteht, sondern eben auch aus Handlung, Charakter und Entwicklung.
Wir interagieren mit Dingen im Leben, die uns fremd sind und handeln nach dem,
was wir kennen. Dadurch sammeln wir neue Erfahrungen, unser Charakter wird
geformt und wir entwickeln uns. Und das ist eben das große Problem mit
Traumwelten: Es ist nichts fremd. Mal und Cobb haben eine Welt aus ihren
eigenen Vorstellungen und Erinnerungen geschaffen. Das ist eine Garantie dafür,
dass man immer derselbe Mensch bleibt. Selbst die eingebauten Schicksalsschläge
sind ja alle bekannt. Und wenn wir annehmen, dass jemand für uns die Welt baut,
wie eben diese Firma, dann geht unsere Fantasie eben nur so weit wie die der
vielleicht zehn Leute im Rat. Die Welt und alles um sie herum ist so groß, dass
es keinen einzigen Menschen gibt, der alles erfahren hat oder erfahren kann.
Und deshalb haben wir massives Potential für persönliches Wachstum. Das ist
alles stark eingeschränkt, wenn man sich an die eigene Fantasie koppelt. Was
dazukommt ist, dass wir nicht nur keinen Einfluss mehr auf unsere Entwicklung
haben, sondern auch keinen auf die restliche Welt. Egal, was wir in der
Erlebnismaschine tun und erleben, keinen interessiert das. Die anderen Menschen
sind entweder in ihren eigenen Träumen oder der Realität. Sprich, wir verbessern
von niemandem das Leben. Wir bringen nichts. Wir ergeben keinen Sinn. Unser Sein ist sinnlos. Die ganze Schiene. Nozick geht sogar noch einen
Schritt weiter. Er sagt, dass man sogar aufhört, ein Mensch zu sein. Denn
man handelt nicht mehr, man erlebt nur noch. Man entwickelt sich nicht, man
braucht keinen Charakter mehr. Die Erlebnismaschine zu betreten,
gleicht für ihn einem Selbstmord.
Zwischenstand und Konklusion
Wow, nicht wahr? Ich
glaube, sehr viel mehr Argumente gegen die Traumwelt kann man gar nicht finden.
Ich will sie einmal zusammenfassen. Unsere Eingangsfrage war: „Wozu brauchen
wir Realität?“ bzw. den Glauben an Realität? Denn wie wir bei Inception sehen,
bauen sich Cobb und Mal eine wunderschöne Welt aus ihren wertvollsten
Erinnerungen zusammen. Das ist wortwörtlich ein Traum, der wahr wird. Doch
plötzlich wird alles zum Albtraum: Cobb will in die Realität, Mal will bleiben.
Er bringt sie dazu, an der Realität des Traumes zu zweifeln und verlässt ihn
mit ihr. Ihr Zweifel bleibt und sie begeht Selbstmord in der Hoffnung, in der
richtigen Realität aufzuwachen. Beide wollen also eigentlich nicht in einem
Traum leben. Doch warum? Warum brauchen wir Realität, wenn wir Glückseligkeit
haben? Und da gab es verschiedene Überlegungen. Denkt zum Beispiel an den
Körper: Was passiert mit dem? Wenn man so weit weg davon ist, ist man dann
sicher? Was, wenn man verdurstet oder jemandem einen Schaden zufügt? Doch das
ist nicht das einzige Argument. Denn der Körper kann ja durchaus sicher sein.
So sind Cobb und Mal in einer so tiefen Traumebene, dass sie ihre vielen Jahre
verbringen können, ohne dass viel Zeit vergeht. Kommen wir also weg vom
Körper. Nun haben wir dann überlegt, ob einen eine Traumwelt denn
wirklich glücklich macht. Was ist, wenn man sich nur noch glückliche Tage
vorstellt und nie wieder Probleme hat? Ist man dann überhaupt
glücklich? Doch auch das haben wir entkräftet. Cobb und Mal haben
ihre Traumwelt im Griff und scheinen keine solchen Probleme zu haben.
Auch kann man sich vorstellen, dass man extra in seine Traumwelt solche
Hindernisse einbaut. Dass man einen Beruf braucht, um Geld zu
verdienen zum Beispiel. Wenn in diesem Beruf dann alles gut läuft, ist
das ja kein Problem.
Doch das war es noch
nicht. Sartre und Heidegger verraten uns, dass der Mensch seinen Glauben an die
Realität braucht. Wir erinnern uns: Wenn man sich bei Inception selbst in eine
Traummaschine begibt, weiß man, dass man schläft. Und dann erhält man dieses
Wissen entweder aufrecht oder sieht seinen Traum als Realität an. Der Grund,
weshalb dieser Glaube so wichtig ist, ist, dass man zu jeder Zeit in seinem
Leben glauben muss, dass die eigenen Taten real sind und reale Konsequenzen
haben. Alle unsere Lebensentwürfe bauen auf wahren Zielen, wahren Hindernissen
und wahren Optionen auf. Nehmen wir zum Beispiel den Tod. Das, was jedem und
allem passiert und woran sich unser Entwurf am stärksten ausrichtet. In der
Traumwelt kann man nicht sterben, denn man wacht sonst nur auf. Wie soll man
also das Gefühl bekommen, dass irgendetwas, was man tut, wichtig ist? Und nicht
nur verliert man damit die Motivation, irgendetwas zu tun, auch macht man sich
trotz aller Sicherheit immer mehr Sorgen um seinen eigentlichen Körper, der
irgendwo herumliegt. Die Getrenntheit von Körper und Geist bekommt uns auf
Dauer einfach nicht.
Und dann kommt Nozick
mit einigen intellektuellen Argumenten gegen die Traumwelt. Denn bisher haben
wir nur über ein unterbewusstes Unwohlsein gesprochen, das man eine Weile auch
ignorieren kann. Und Nozick sagt, dass eine Traumwelt oder in seinem Fall die
Erlebnismaschine wie ein Selbstmord wäre. Wir wären gar keine richtigen
Menschen mehr. Warum? Weil das, was uns ausmacht, unser Charakter, unsere
Handlungen und unsere Entwicklung ist. Und die zeichnen sich dadurch aus, dass
sie in Bezug auf eine objektive, riesige Welt passieren, die einem fremd ist.
Die Traumwelt von Mal und Cobb ist und konnte nur aus ihren Erinnerungen
entstanden sein. Und damit reduziert man seine möglichen Erfahrungen auf Null.
Man lebt in der Vergangenheit, im Bekannten. Man handelt nicht mehr, sondern
erlebt nur noch. Der Charakter ändert sich ohne Erfahrungen auch nicht und so
gibt es keine Entwicklung. Bei Nozicks Erlebnismaschine gibt es noch zusätzlich
die Bedingung, dass wir nach dem Anschluss vergessen, dass wir träumen. Und
damit sind wir in dem Moment, in dem wir die Maschine betreten, keine Menschen
mehr. Nicht einmal Tiere, sondern einfach nur ein undefiniertes Sein. Und da
ist es egal, ob wir selbst unsere Traumwelt gestalten oder mehrere Menschen.
Denn wir sind immer auf die Fantasie der entsprechenden Personen beschränkt.
Außerdem haben wir auch auf nichts und niemanden eine Auswirkung. Wir haben
keinen Einfluss auf die Welt, was unseren Lebenssinn nur noch weiter reduziert.
Was Nozick aber auch sagt, was sehr interessant ist: Wir leben bereits in einer
Fantasiewelt. Unserer subjektiven Wahrnehmung der realen Welt. Denn diese ist
anders als bei jeder anderen Person und auch anders als die objektive Welt. Es
ist eine Zusammenstellung unserer eigenen Fantasien. Doch für eine persönliche
Entwicklung brauchen wir die objektive Welt als Basis. Wir sehen auch Menschen
als problematisch an, wenn sie sich mit ihren Vorstellungen zu sehr von der
Realität wegbewegen, nicht wahr? Aber Menschen, die gar nicht träumen,
sind auch komisch. Im Leben brauchen wir einfach eine Balance zwischen
Realismus und Fantasie. Also, wozu brauchen wir die Realität? Wir
brauchen sie, um wirklich glücklich zu werden. Um uns
weiterzuentwickeln. Um reale Auswirkungen auf unsere Umwelt zu
haben. Um menschlich zu sein.
So, und das war meine Folge zu Inception! Ich hoffe, sie hat euch gefallen. Es hat mir so viel Spaß gemacht, sie zu produzieren! Eine ganz kurze Sache noch, falls wir hier luzide Träumer:innen in der Zuhörerschaft haben. Oder um das Konzept einer Traummaschine nicht komplett kaputtzumachen: Es ist nichts Falsches dabei, sich einen schönen Abend zu machen. Meinetwegen einen ganzen Tag. Wenn man schöne Erinnerungen hat, die man gern wiedererwecken würde, ist das gar kein Problem. Wir tun das wahrscheinlich alle jeden Tag, auch ohne zu schlafen. Und es kann sehr schön sein. Doch man darf einfach nicht vergessen, was die eigentliche Realität ist. Cobb hat seine Frau schon damals verloren, als sie angefangen hat, die Traumwelt für real zu halten. Von so etwas zurückzukommen ist sehr sehr schwer. Doch ich denke, dass das der Film auch sehr deutlich macht. So, aber das hier ist jetzt keine zweite Konklusion, genug jetzt. Danke noch einmal fürs Zuhören!
Lasst gern einen Kommentar da, was ihr denkt! Wenn ihr übrigens gerne die Blogbeiträge in Audioform hören, mich erreichen oder mir vielleicht sogar eine kleine Spende dalassen wollt, findet ihr alle Links dazu in meinem Linktree. So, das war es dann für diese Woche.
Bis dann und einen schönen Tag noch!
Quellen
,,Inception" - Christopher Nolan
,,Das Sein und das Nichts" - Jean-Paul Sartre
,,Sein und Zeit" - Martin Heidegger
,,Anarchie Staat Utopia" - Robert Nozick
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